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2. Dezember 2021 | 21:26 Uhr
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Mailen

Deutsche wollen in der Mitte der Gesellschaft alt werden

Das Altenheim im Grünen, ruhig und abgeschieden, das war einmal: Zumindest haben heutige und künftige Seniorengenerationen darauf keine Lust mehr. Sie wollen auch im Alter individuell und selbstbestimmt mitten in der Gesellschaft leben, ergab eine Studie, die das Marktforschungsinstitut Ipsos für den Immobilienentwickler Carestone durchgeführt hat.

Senior mit Smartphone in U-Bahn Foto iStock Giuseppe Manfra.jpg

Mitten im Leben, individuell und selbstbestimmt, wollen die Deutschen auch im Alter bleiben

"74 Prozent der von Carestone befragten Seniorinnen und Senioren wollen im Alter im Zentrum, in regulären oder gehobenen Wohnvierteln leben", sagt Dr. Karl Reinitzhuber, CEO von Carestone. "Interessant ist, dass Services rund um den Alltag, wie Unterstützung bei Online- und Mobilfunk-Themen, Behördengängen oder beispielsweise Carsharing, den zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohnern viel wichtiger sind als Gesundheitsservices in der Wohnanlage."

Menschen wollen auch im Alter am Leben teilhaben

Fast zwei Drittel der Befragten, nämlich 59 Prozent, fordern eine aktive Teilhabe am sozialen Leben, wie Kultur. "Dabei geht es nicht um die Angebote in den Senioreneinrichtungen. Vielmehr suchen die Befragten bewusst nach Aktivitäten außerhalb des eigenen Wohnraums, wie Marktplätzen, belebten Straßen oder Geschäften", so Reinitzhuber weiter, die für die Studie mehr als 1.100 Senioren befragen und zudem Interviews mit über 70 Branchenexperten führen ließ.

Der Wunsch nach größtmöglicher Unabhängigkeit geht aber weit über die Freizeitaktivitäten hinaus. Künftige Seniorengenerationen wollten ihren Tagesablauf selbst bestimmen, weitestgehend eigenständig bleiben und das Leben in der Wohnanlage mitbestimmen, zeigen die Antworten. Sie wollten so lange wie möglich urban, individuell und mit größtmöglicher Unabhängigkeit in der Mitte der Gesellschaft leben, so die Autoren der Studie.

Diese Entwicklung bestätigt auch Zukunfts- und Trendexpertin Oona Horx-Strathern: "Die sogenannte individualisierte Gemeinschaft ist einer der Trends. Die Menschen wollen ihre Privatsphäre wahren, aber nicht allein leben. Gemeinschaftliche Wohnformen in den Städten können dafür eine Lösung sein."

Eine kleinere, nachhaltige Wohnung reicht den meisten

Die Befragten zeigten eine große Bereitschaft zur Wohnraumverkleinerung: 20 Prozent wünschen sich Wohnungen zwischen 45 und 55 Quadratmeter, 23 Prozent wollen künftig in 55 bis 65 Quadratmetern zuhause sein. Nachhaltigkeitaspekte wie Solarpanel (68%), Heizen mit Erdwärme (55%) und Ladestationen für E-Autos (38%) belegen die Bedeutung des Themas bei den befragten Senioren. Darüber hinaus erwartet die übergroße Mehrheit ein Leben in einem grünen Umfeld, beispielsweise mit Parkanlagen (87%). Etwa 81 Prozent der Befragten wünschen sich eine unkomplizierte Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel.

Die komplette Carestone Trendstudie Urbanes Leben im Alter gibt es als kostenloses Whitepaper zum Download.

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