News für das Pflegemanagement

Jede dritte Pflegekraft hat eine Einwanderungsgeschichte

Beschäftigte mit familiären Wurzeln im Ausland spielen in der Pflege eine noch größere Rolle als bisher oft angenommen: Jede dritte Pflegekraft in Deutschland hat inzwischen eine Einwanderungsgeschichte. Ihr Anteil lag 2025 bei 33 Prozent und damit über dem Durchschnitt aller Beschäftigten von 27 Prozent, so das Statistische Bundesamt. Vor drei Jahren waren es in der Pflege erst 24 Prozent.

Ohne Menschen mit Einwanderungsgeschichte ließe sich der Personalbedarf in vielen Engpassberufen kaum noch decken. Besonders hoch ist ihr Anteil bei Köchen: 56 Prozent haben nach den neuen Zahlen des Statistischen Bundesamts eine Einwanderungsgeschichte. In der Lebensmittelherstellung sind es 55 Prozent, bei Bodenlegern 54 Prozent und im Gerüstbau sowie in der Fleischverarbeitung jeweils 51 Prozent.

Auch die Pflege liegt deutlich über dem Durchschnitt. 33 Prozent der Beschäftigten in Pflegeberufen haben eine Einwanderungsgeschichte, über alle abhängig Beschäftigten hinweg sind es 27 Prozent. 2022 hatte Destatis für die Pflege noch einen Anteil von 24 Prozent ausgewiesen, also neun Prozentpunkte weniger.

Als Menschen mit Einwanderungsgeschichte zählt Destatis Personen, die selbst seit 1950 nach Deutschland eingewandert oder deren beide Elternteile seitdem eingewandert sind. In Deutschland Geborene mit nur einem eingewanderten Elternteil gehören nach dieser Definition nicht dazu.

Die Zahl unterscheidet sich deshalb auch vom Anteil der Pflegekräfte mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Die Bundesagentur für Arbeit bezifferte diesen für 2025 auf 20 Prozent aller Pflegekräfte und auf 24 Prozent in der ambulanten und stationären Pflege. Eingebürgerte Beschäftigte oder in Deutschland geborene Nachkommen zweier Eingewanderter werden dabei nicht als Ausländer erfasst.

In Rettungsdienst und Verwaltung deutlich weniger

Unter den von der Bundesagentur für Arbeit ausgewiesenen Engpassberufen ist der Anteil von Beschäftigten mit Einwanderungsgeschichte im Rettungsdienst mit sieben Prozent am geringsten. Im Verkauf von Fleischwaren sind es 13 Prozent, in der Landwirtschaft 15 Prozent.

Noch deutlicher zeigt sich die geringe Repräsentanz in einigen Berufen außerhalb der Engpassliste. Im Polizeivollzugsdienst haben acht Prozent eine Einwanderungsgeschichte, in der öffentlichen Verwaltung und Justizverwaltung jeweils neun Prozent. Bei Lehrkräften für berufsbildende Fächer sind es ebenfalls neun Prozent und in der Primarstufe zehn Prozent.

Personal gewinnen allein reicht nicht

Für Pflegeanbieter ist neben der Gewinnung internationaler Mitarbeiter entscheidend, sie langfristig zu halten. Die Destatis-Zahlen zur Arbeitsmarktintegration zeigen generell: Mit zunehmender Aufenthaltsdauer steigt bei Eingewanderten aus vielen Herkunftsregionen die Erwerbstätigkeit deutlich. Bei Menschen aus dem Nahen und Mittleren Osten beispielsweise waren nach weniger als fünf Jahren in Deutschland 57 Prozent der Männer und 28 Prozent der Frauen erwerbstätig. Nach 20 bis 25 Jahren waren es 87 beziehungsweise 79 Prozent.

Für die Pflege bedeutet das allerdings nicht automatisch, dass einmal gewonnene Fachkräfte auch beim ersten Arbeitgeber bleiben. Darauf weist das Integrationsbarometer 2026 des Personaldienstleisters Globogate hin. Von 269 befragten Pflegefachkräften aus den Philippinen, Usbekistan und Kolumbien würden zwar 86 Prozent Deutschland erneut wählen, dauerhaft bleiben wollen aber nur 28 Prozent.

Globogate-Geschäftsführerin Jessica Brunea warnt deshalb davor, die Integrationsarbeit mit der beruflichen Anerkennung als abgeschlossen zu betrachten. Internationale Pflegekräfte benötigten danach soziale Einbindung und berufliche Perspektiven. Viele wollten sich beispielsweise in Wundmanagement oder Praxisanleitung weiterqualifizieren oder später Führungsaufgaben übernehmen. Für Pflegeanbieter wird internationale Rekrutierung damit zunehmend zu einer Frage der Mitarbeiterbindung.