Trendstudie 2025: Was Fachkräfte wirklich bewegt
Pflege lebt von Überzeugung – doch das allein reicht längst nicht mehr aus. Die myneva Trendstudie "Pflege & Soziales 2025" zeigt: Fachkräfte lieben den direkten Kontakt zu Menschen, leiden aber unter hoher Belastung, fehlender Wertschätzung und unzureichender Bezahlung. Digitale Lösungen und Künstliche Intelligenz (KI) können Entlastung bringen – wenn sie strategisch eingeführt werden.
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Die myneva Trendstudie "Pflege & Soziales 2025" kann kostenlos heruntergeladen werden
Wer in der Pflege arbeitet, tut dies meist aus Überzeugung. 61 Prozent der befragten Fachkräfte in Deutschland bleiben wegen des persönlichen Kontakts zu Menschen in ihrem Beruf, 53 Prozent schätzen insbesondere die Möglichkeit, "etwas Gutes zu tun". Doch das reicht häufig nicht aus. Hohe Arbeitsbelastung, strukturelle Engpässe und fehlende gesellschaftliche Wertschätzung belasten den Berufsalltag spürbar und führen dazu, dass selbst engagierte Fachkräfte ihre berufliche Zukunft in der Pflege infrage stellen.
Warum Berufung allein nicht mehr reicht
So stark die persönliche Motivation auch ausgeprägt sein mag, unter den aktuellen Rahmenbedingungen stößt sie oft an ihre Grenzen. Fast die Hälfte der Befragten nennt Stress und Arbeitsbelastung als wichtigsten Grund, den Beruf zu verlassen. Ebenfalls weit oben auf der Liste stehen unzureichende Bezahlung und mangelnde Wertschätzung.
Digitalisierung: Hoffnung trifft auf Realität
Viele Fachkräfte sehen in digitalen Lösungen die Chance, im Arbeitsalltag spürbar entlastet zu werden. Ganz oben auf der Wunschliste stehen mobile Dokumentation, app-basierte Schichtplanung und Spracherkennung, um den Dokumentationsaufwand zu reduzieren.
Tatsächlich ist die vollständige Digitalisierung jedoch bislang die Ausnahme: Nur 17 Prozent der Einrichtungen arbeiten vollständig digital. Die Gründe dafür liegen weniger in fehlender Technologie, sondern vielmehr in Defiziten bei Schulung und Qualifizierung, technischer Infrastruktur und, wie sich aus den Ergebnissen der Studie ableiten lässt, in der Abwesenheit einer klar definierten Digitalstrategie. Ohne diese Voraussetzungen kann das Potenzial moderner Technologien nicht ausgeschöpft werden – die erhoffte Entlastung bleibt aus.
Künstliche Intelligenz: Offenheit mit klaren Erwartungen
Der Einsatz von KI stößt in der Pflegebranche auf bemerkenswerte Offenheit: 71 Prozent der Befragten sehen darin eine sinnvolle Unterstützung bei Routineaufgaben. Entscheidend ist jedoch, dass KI-Anwendungen verständlich und sinnvoll eingesetzt werden. Fehlt die Transparenz oder bleibt der konkrete Nutzen im Arbeitsalltag aus, sinkt die Akzeptanz. KI kann nur dann zur echten Entlastung beitragen, wenn sie sich nahtlos in bestehende Prozesse integriert und für die Fachkräfte intuitiv bedienbar ist.
Fazit: Was jetzt passieren muss
Die myneva-Trendstudie "Pflege & Soziales 2025" macht deutlich: Ohne faire Bezahlung, ausreichend Personal und weniger Bürokratie verliert selbst die stärkste Berufung an Kraft. Digitale Lösungen und KI können dabei unterstützen und wertvolle Entlastung bringen, wenn sie strategisch eingeführt und sinnvoll in den Arbeitsalltag integriert werden. Nur wenn strukturelle Verbesserungen und digitale Innovation Hand in Hand gehen, hat die Pflege in Deutschland eine echte Perspektive. Es ist Zeit, beides zusammenzudenken – und umzusetzen.