Minister-Lob für digitalen Antrag auf "Hilfe zur Pflege"
Das digitale Formular Formfix soll Anträge auf "Hilfe zur Pflege" beschleunigen – nun gibt es dafür Rückendeckung vom Bundesdigitalministerium. In einer Art Versuchslabor des Ministeriums für eine moderne Verwaltung, "Agentic AI Hub" genannt, hat sich gezeigt, dass digitale und KI-gestützte Verfahren die Zeit vom Antrag bis zur Entscheidung um fast die Hälfte verkürzen kann. Der Bearbeitungsaufwand in den Ämtern sank um 30 Prozent. Eine Reihe von Betreibern nutzt das Tool bereits und reduziert dadurch seine Außenstände.
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Der digitale Antrag kann oft schneller bewilligt werden, weil er weitgehend korrekt ausgefüllt bei Sozialämtern ankommt
Formfix setzt bei einem Kernproblem vieler Pflegeheime an: Anträge auf Hilfe zur Pflege werden oft von Angehörigen gestellt, kommen aber unvollständig oder fehlerhaft beim Sozialamt an. Dann folgen Rückfragen, Nachforderungen und monatelange Verzögerungen. Währenddessen müssen Einrichtungen die Versorgung vorfinanzieren.
Das Tool des Berliner Start-ups Myo führt Angehörige Schritt für Schritt durch den Antrag, blendet irrelevante Felder aus, erklärt Fragen und hilft bei fehlenden Nachweisen. Übersetzungen und Hilfestellungen sind integriert. Für Pflegeeinrichtungen hat Myo ein Dashboard entwickelt, auf dem sie den Bearbeitungsstatus einsehen können.
Hesena, Renafan und die AWO Weser-Ems nutzen Formfix
Nach Angaben von Myo nutzen inzwischen mehr als 40 Organisationen Formfix, darunter die Pflegeanbieter Hesena, Renafan, AWO Weser-Ems und Vitanas. Die Kosten für Einrichtungen liegen je nach Antragsvolumen bei rund 2.000 bis 3.500 Euro pro Jahr.
Ganz lösen kann Formfix das Problem allerdings nicht. Denn die Sozialämter überweisen häufig nicht direkt an die Heime, sondern an Bewohner oder Angehörige. Myo verweist darauf, dass in etwa fünf Prozent der Fälle Forderungen ausfallen, weil Bewohner sterben, bevor der Antrag bewilligt ist.