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11. Januar 2026 | 15:28 Uhr
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So bereitet sich die Caritas Brilon auf Katastrophen vor

Der Stromausfall in Berlin wirft Fragen zur Versorgungssicherheit sozialer Einrichtungen auf. Der Caritasverband Brilon nimmt das zum Anlass, seinen gut strukturierten Präventionsplan in einer Pressemitteilung vorzustellen. Er bereitet sich seit 2022 systematisch auf Blackout- und Krisenszenarien vor. Mit eigenem Krisenstab, Notstromaggregaten, Materialbevorratung und regelmäßigen Übungen möchte er sicherstellen, dass Pflege, Betreuung und Dienste auch im Ernstfall funktionieren.

"Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, dass immer alles funktioniert" sagt der Vorstand der Caritas Brilon, Heinz-Georg Eirund

Ende 2022 richtete der Verband einen spezialisierten Krisenstab für großflächige Stromausfälle ein. Auslöser waren Energieunsicherheiten, Lieferengpässe und zunehmende Extremwetterlagen. Parallel hat der Caritasverband Brilon für alle 64 Einrichtungen und Dienste eigenständige Notfallkonzepte entwickelt. Die Angebote erreichen täglich mehr als 5.000 Menschen in den Dekanaten Hochsauerland-Ost und Waldeck.

"Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, dass immer alles funktioniert", sagt Vorstand Heinz-Georg Eirund. Die Verantwortung ende nicht bei stabilen Netzen. Konkret hat der Verband Material und Lebensmittel bevorratet, stationäre Einrichtungen und Werkstattstandorte mit Notstromaggregaten ausgestattet und interne Alarm- und Kommunikationspläne eingeführt. Zusätzlich existiert ein eigener Krisenstab für IT-Ausfälle, etwa infolge von Cyberangriffen. Finanziert wird diese Vorsorge aus Eigenmitteln. "Refinanziert werden diese Maßnahmen nicht", stellt Eirund fest.

Der Verband setzt auch auf Nachbarschaftshilfe 

Die Konzepte werden regelmäßig getestet. In Übungen wurden Stromausfälle, Hochwasserlagen und Evakuierungen simuliert. Im Juli 2025 trat der Ernstfall ein: ein schweres Unwetterszenario in Marsberg und Hallenberg. Es gelang, die Bewohner eines Seniorenzentrums zügig in Sicherheit zu bringen. Trotz gesperrter Straßen gelangten die Mitarbeiter der ambulanten Pflege zu den Patienten, Werkstätten stellten kurzfristig Übernachtungsmöglichkeiten für Beschäftigte bereit.

Neben Technik und Abläufen setzt der Verband bewusst auf Nachbarschaftshilfe. Sie spiele in Krisen eine zentrale Rolle, sagt Eirund. Unterstützung aus dem nahen Umkreis wirke stabilisierend, wenn formale Strukturen an Grenzen stoßen.

Angesichts von Klimawandel, Extremwetter und digitalen Risiken will die Caritas Brilon ihre Vorsorge weiter ausbauen. Krisen ließen sich nicht verhindern, so Eirund. Entscheidend sei, vorbereitet zu sein und handlungsfähig zu bleiben.

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