Tipps, damit Bewohner an Hitzetagen genug trinken
Deutschland steuert auf die bislang heißesten Tage des Jahres zu. Da ist es wichtig, dass Bewohner viel trinken. Doch wie bekommt man sie dazu? Das Team im Korian-Haus Dahlenburg in der Nähe der Lüneburger Heide hat sich viele kleine Kniffe einfallen lassen – und sind offenbar sehr erfolgreich: In den vergangenen Jahren hat es dort keine hitzebedingten Notfälle oder Krankenhauseinweisungen gegeben.
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Gefrorene Melone ist ein idealer Sommersnack, für Bewohner mit Schluckstörungen wird sie vorher püriert
Im Korian-Haus Dahlenburg stimmt die Verpflegung konsequent auf hohe Temperaturen ab. Statt schwerer Mahlzeiten gibt es Kaltschalen, Gurkensuppe, viel frisches Obst, Melonen direkt aus dem Kühlhaus, Eis, Wassereis und Sorbet. Obststücke werden teilweise eingefroren, sodass Bewohner sie einfach in die Hand nehmen können. Senioren mit Schluckstörungen erhalten pürierte Varianten.
Warum nicht mal ein alkoholfreies Alsterwasser?
Beim Trinken setzt das Team auf Abwechslung. Alkoholfreies Radler, verschiedene Sorten kalten Tees oder andere Lieblingsgetränke sollen die Lust aufs Trinken steigern. "Nach dem Abendessen darf es für Bewohner, die es mögen, auch einmal ein kaltes Bier sein", sagt Einrichtungsleiterin Susanne Iserloth.
Zusätzlich fragt das Team die Bewohner nach ihren früheren Strategien gegen Sommerhitze. "Was haben Sie früher gemacht, um sich abzukühlen?" lautet eine der Fragen. Wünsche wie Gurkensuppe setzt das Küchenteam dann nach Möglichkeit direkt um.
Fenster tagsüber schließen
Damit die Bewohner gar nicht erst viel Flüssigkeit verlieren, stimmt das Korian-Haus Dahlenburg den ganzen Tagesablauf auf die Hitze ab. "Schon früh am Morgen schließen wir sämtliche Fenster und sämtliche Jalousien. Erst abends wird wieder geöffnet, dann lüften wir gründlich bis etwa sechs oder halb sieben Uhr morgens", sagt Iserloth.
Auch die Betreuung wird angepasst. Statt Gymnastik gibt es ruhige Gruppenangebote wie Sprichwörter-Raten. Ein geplanter Kindergartenbesuch hat Iserloth wegen der Hitze kürzlich abgesagt. Nachmittags bleiben die Bewohner grundsätzlich im Haus.
Gartenstühle nie in der Sonne stehenlassen
Wenn es vormittags oder abends nach draußen geht, prüfen die Mitarbeiter zuvor, ob die Temperaturen noch vertretbar sind. "Außerdem rücken wir alle Stühle, die in der prallen Sonne stehen, sofort in den Schatten", meint die Einrichtungsleiterin. "Denn gerade Bewohner mit Demenz sind oft nicht mehr von ihrem Platz wegzubewegen, wenn sie erst einmal sitzen."
Fußbäder anbieten
Für Abkühlung sorgen erfrischende Fußbäder. Die Bewohner genießen sie besonders draußen in der Gruppe – allerdings nicht mit eiskaltem Wasser. Ventilatoren in den Gemeinschaftsräumen, in der Küche und an weiteren Aufenthaltsorten, senken zwar die Temperatur nicht bedeutend, doch schaffen sie ein angenehmes Lüftchen.
Offenbar wirken diese vielen kleinen Kniffe. "Infusionen wegen Hitze musste bisher keiner unser Bewohner bekommen, Krankenhauseinweisungen hat es bislang weder in diesem noch in den vergangenen Sommern gegeben", sagt Iserloth.
Kirsten Gaede