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18. März 2026 | 16:41 Uhr
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Mecklenburger Pflegeverein erhöht Druck auf Landräte

Pflegeanbieter in Mecklenburg-Vorpommern kritisieren lange Bearbeitungszeiten bei der "Hilfe zur Pflege". Der Verein "Zukunftsfeste Pflege" fordert die Landräte zum Handeln auf und drängt auf einheitliche und transparente Verfahren. Hintergrund sind Zusagen der Kommunalpolitiker aus dem Wahljahr 2025, die, so der Verein, bislang nicht eingelöst wurden.

Wegen der langen Bearbeitungszeiten für die "Hilfe zur Pflege" verzichten schon einige Einrichtungen darauf, neue Bewohner aufzunehmen

Nach einer Umfrage unter 75 Pflegeunternehmen des Vereins mit Sitz in Neubrandenburg werden Anträge auf Hilfe zur Pflege häufig verzögert bearbeitet. Nur etwa 20 Prozent der Fälle werden innerhalb von vier Wochen entschieden. In vielen Fällen dauert es mehrere Monate, teils länger als ein halbes Jahr.

Die Folgen treffen die Einrichtungen direkt: 42 Prozent berichten, dass offene Verfahren die Aufnahme neuer Bewohner beeinträchtigen. Einige verzichten aus finanzieller Unsicherheit sogar ganz auf Neuaufnahmen. 

"Sozialämter finanzieren oft nicht vollständig"

Außerdem kritisieren die Pflegebetriebe uneinheitliche Entscheidungen der Sozialhilfeträger. In rund 80 Prozent der Fälle werde der festgestellte Pflegebedarf nicht vollständig finanziert. Kürzungen seien meist nicht nachvollziehbar begründet. Der Verein sieht darin ein strukturelles Problem. Es müsse eine landesweit vergleichbare und transparente Praxis geben. Unterschiedliche Entscheidungen je nach Landkreis untergrüben das Vertrauen in das System.

Die Vorstandsvorsitzende Mareen Buchholz erinnert mehrere Landräte an ihre Zusagen aus 2025, die Probleme gemeinsam zu beraten. Bislang hätten die Gespräche nicht stattgefunden. Nun fordert der Verein eine schnelle Abstimmung im Landkreistag.

Verein bekannt durch seinen Pflegegipfel 2025

Der Verein Zukunftsfeste Pflege ist ein Zusammenschluss von rund 60 Unternehmen aus der Pflege- und Gesundheitsbranche in Mecklenburg-Vorpommern, darunter Pflegedienste und Sanitätshäuser. Er setzt sich für bessere Bedingungen der Versorgung ein und hat durch seinen Pflegegipfel im Mai 2025, zu dem auch Pflegeexperte Thomas Klie und Sozialministerin Drese (per Videobotschaft) kamen, in der Branche Bekanntheit erlangt.

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