Whistleblowerin deckt Gewalt in sächsischem Pflegeheim auf
Eine Pflegekraft hat Misshandlungen in einem Heim in Hohenstein-Ernstthal westlich von Chemnitz per Video dokumentiert. Zuerst hatte sie ihren Vorgesetzten von ihrem Verdacht erzählt, doch die reagierten nicht, berichtet die "Freie Presse". Die Aufnahmen entstanden mit Zustimmung der Ehefrau des 82-jährigen demenzkranken Opfers. Der Fall wurde kürzlich vor Gericht verhandelt. Die Whistleblowerin erlebte unterdessen Mobbing.
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Der Bewohner wies unerklärliche blaue Flecken auf und hatte innerhalb kurzer Zeit rund sechs Kilo Gewicht verloren. Der verdächtigte Pflegehelfer ist wegen Misshandlung zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden. Den entscheidenden Beweis lieferte die Kollegin mit den Videos. Das Gericht ließ sie als Beweis zu und wertete sie als gerechtfertigte Nothilfe.
Für die Hinweisgeberin hatte ihr Vorgehen persönliche Folgen, so die Freie Presse. Sie soll zunächst intern versetzt worden sein und später Mobbing erlebt haben – schließlich verließ sie die Einrichtung.