Die Studie soll Pflegeanbietern eine Grundlage für Vergütungsverhandlungen mit den Kostenträgern liefern. Sie aktualisiert Untersuchungen aus den Jahren 2018 und 2019 und ermittelt erstmals einen gemeinsamen bundesweiten Orientierungswert für ambulante und stationäre Pflege. Bisher wurden die beiden Bereiche und einzelne Regionen getrennt betrachtet.
Untersucht wurde ausschließlich das allgemeine Unternehmerwagnis. Gemeint sind wirtschaftliche Risiken, die Pflegeunternehmen grundsätzlich tragen, etwa durch unvorhersehbare Entwicklungen. Individuelle Risiken einzelner Einrichtungen bleiben außen vor. Sie können nach Angaben des BPA bereits heute anhand betrieblicher Kennzahlen in Verhandlungen geltend gemacht werden.
Bernd Meurer: Wegen des wachsenden Pflegebedarfs sind private Investitionen nötig
BPA-Präsident Bernd Meurer fordert, die Berücksichtigung des allgemeinen Unternehmerrisikos gesetzlich verbindlich zu regeln. Die Höhe soll wissenschaftlich fundiert ermittelt werden, ohne dass der Gesetzgeber dafür eine bestimmte Berechnungsmethode vorgibt. Fest stehe in jedem Fall, dass wegen des wachsenden Pflegebedarfs private Investitionen nötig seien.
Das Institut für Europäische Gesundheits- und Sozialwirtschaft (IEGUS) ist ein Forschungsinstitut, das Studien und Gutachten für Ministerien, Verbände und Unternehmen erarbeitet. Bekannt ist es unter anderem für Untersuchungen zum Fachkräftemangel, zu Arbeitsbedingungen in der Pflege und zu Vergütungsfragen in der Sozialwirtschaft. Im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums hat IEGUS beispielsweise die Arbeitsplatzsituation in der Akut- und Langzeitpflege untersucht.