Anfeindungen gegen Beschäftigte und Ehrenamtliche der Wohlfahrtspflege sind längst kein Randphänomen mehr. Laut der Befragung von fast 6.600 Mitarbeitern und freiwilligen Kräften haben 43 Prozent bereits Erfahrungen mit feindseligem Verhalten gemacht. Im Bereich Pflege und Gesundheitsversorgung liegt der Anteil mit 47 Prozent sogar noch höher.
Am häufigsten berichten die Befragten von verbalen Attacken (37 Prozent), gefolgt von körperlichen Übergriffen (16 Prozent), Sachbeschädigungen (12 Prozent), schriftlichen Anfeindungen (12 Prozent) und digitaler Hetze (8,5 Prozent). Die meisten Vorfälle gehen von Klienten (68 Prozent) und Angehörigen (49 Prozent) aus, es waren Mehrfachnennungen möglich.
Rassistische Anfeindungen häufig in der Pflege
In der Pflege treffen Anfeindungen häufig Mitarbeiter mit Migrationsgeschichte. Pflegekräfte berichten von rassistischen Äußerungen oder der Ablehnung bestimmter Beschäftigter durch Bewohner und Angehörige. Insbesondere Einrichtungen in ländlichen Regionen seien betroffen, so die Studienautoren.
Die Wohlfahrtsverbände warnen, dass die Folgen weit über die Betroffenen hinausreichen. Anfeindungen erschweren es, Fachkräfte zu gewinnen, belasten Teams und führen dazu, dass Mitarbeiter Konfliktthemen meiden oder sich im Arbeitsalltag zurückziehen. Mitarbeiter, auch das zeigt die Studie, fordern deshalb vor allem mehr Schutzmaßnahmen und einen stärkeren politischen Rückhalt für soziale Berufe.
Die Untersuchung "Anfeindungen und Bedrohungen im Wohlfahrtsbereich" steht auf der Seite des Paritätischen Gesamtverbands zum kostenlosen Download bereit.
