News für das Pflegemanagement

Digitales Rezeptverfahren soll Pflegedienste entlasten

Pflegekräfte sollen für die Rezeptversorgung künftig weniger Zeit mit Telefonaten, Faxen und Fahrten zu Arztpraxen verbringen. Die Unternehmen Ehex und Opta Data entwickeln ein digitales Verfahren, das die Situation verbessern soll, indem es Pflegedienste, Arztpraxen und Apotheken verbindet. Ein Praxistest mit einem ambulanten Dienst, einer Arztpraxis und einer Apotheke wird vorbereitet.

Bislang müssen ambulante Pflegedienste Rezepte häufig telefonisch oder per Fax anfordern, Versichertenkarten in Arztpraxen bringen und den Bearbeitungsstand selbst erfragen. Mit dem neuen Verfahren sollen Pflegekräfte Rezeptanforderungen digital an die Praxis übermitteln können. Nach der ärztlichen Freigabe wird der elektronische Rezeptcode über den Kommunikationsdienst KIM, den sicheren Nachrichtendienst der Telematikinfrastruktur für den Austausch medizinischer Daten, bereitgestellt. Die Beteiligten sollen außerdem den Bearbeitungsstand einsehen können.

Ehex entwickelt die technische Plattform und die Anbindung an die Telematikinfrastruktur. Opta Data will das Verfahren in seine Pflegesoftware integrieren. Bei der geplanten Erprobung sollen unter anderem die Bearbeitungszeiten, mögliche Einsparungen bei Botenfahrten und die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Praxis- und Apothekensystemen untersucht werden. Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Karteneinlesen bleibt ein Problem

Wie hoch der organisatorische Aufwand durch Praxisfahrten ist, hatte der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (BPA) kürzlich verdeutlicht. Nach einer Hochrechnung des Verbands entstehen Pflegeeinrichtungen und ambulanten Diensten durch das quartalsweise Einlesen von Versichertenkarten jährlich rund 2,3 Millionen Stunden Aufwand. BPA-Präsident Bernd Meurer fordert deshalb, dass Arztpraxen den Versichertenstatus künftig digital abrufen können.

Das neue Rezeptverfahren könnte zwar einzelne Praxisfahrten und Abstimmungen vermeiden. Das grundsätzliche Problem des Karteneinlesens löst es jedoch nicht. Dafür wären weitere technische und rechtliche Änderungen nötig.