Der Richter sei überzeugt gewesen, dass der Bürgermeister die in Schieflage geratene Pflege in Seeg mit allen Mitteln wieder auf die Beine stellen wollte, berichtet BR 24. Um dieses Ziel zu erreichen, habe er bewusst eine "Kollision mit dem Strafrecht" in Kauf genommen. Aber der Zweck heilige nicht die Mittel, so der Richter.
Der Bürgermeister habe dem Pflegerettungsschirm vorgemacht, dass das Pflegeheim nach seiner Schließung und der Umwandlung in ambulant-betreute Wohngruppen weiter als stationäre Pflegeeinrichtung betrieben worden sei. "Das war schlichtweg gelogen", zitiert der BR den Richter. Er sprach den Bürgermeister auch wegen Veruntreuung von mehr als einer Million Euro zu Lasten des Caritas-Stiftungsvereins für schuldig.
Dem Heim- und Pflegedienstleiter hatte die Anklage unter anderem Betrug in 25 Fällen sowie die Fälschung beweiserheblicher Daten vorgeworfen. Der Beschuldigte hatte den Betrug bereits zum Prozessauftakt gestanden. Das Urteil gegen die beiden ist noch nicht rechtskräftig.
