Nach Angaben der Angehörigen nehmen 59 Prozent der Pflegebedürftigen dauerhaft mindestens fünf Arzneimittel ein. Diese Multimedikation birgt Risiken durch mögliche Wechselwirkungen. 19 Prozent der Befragten berichten von wiederholt falscher oder unterbliebener Anwendung. 26 Prozent nennen mehrfache Probleme mit abgelaufenen oder unauffindbaren Medikamenten beziehungsweise fehlenden Rezepten.
Die Versorgung der Angehörigen ist oft komplex: 96 Prozent berichten von mindestens drei aktuellen Gesundheitsproblemen der Pflegebedürftigen, 31 Prozent von neun oder mehr. Häufig genannt werden Schmerzen, Blasenschwäche, Atemprobleme und erhebliche Vergesslichkeit.
Angehörige als Partner von professioneller Pflege sehen
ZQP-Vorstandsvorsitzender Ralf Suhr fordert, Angehörige „systematisch und als Partner auf Augenhöhe von Pflege und Medizin in den Versorgungsprozess einzubeziehen“. Ihr Wissen und ihre Unterstützung seien im Alltag oft unersetzlich. Nötig seien Informationsaustausch, Schulungen etwa zur Medikationssicherheit sowie Hilfe bei der Entlastung.
53 Prozent fühlen sich psychisch und 38 Prozent körperlich belastet. Bei Angehörigen von Menschen mit Demenz steigen die Werte auf 71 beziehungsweise 47 Prozent. Jeweils 26 Prozent berichten von Schwierigkeiten, einen ambulanten Pflegedienst oder eine Tagespflege zu finden.
Befragt wurden rund tausend 40- bis 85-Jährige, die seit mindestens sechs Monaten mindestens wöchentlich einen Menschen ab 60 Jahren mit Pflegegrad zu Hause unterstützen. Die Ergebnisse beruhen auf ihren Angaben; Bewohner von Betreutem Wohnen, Pflege-WGs und Heimen waren ausgeschlossen.
