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Rheinland-Pfalz finanziert KI-Sprachdoku über Personalbudget

Pflegeheime in Rheinland-Pfalz können jetzt Zeitersparnisse durch KI-Sprachdokumentation auf ihre Personalausstattung anrechnen. Das berichtet der Softwareanbieter Dexter Health. Pro Einrichtung sollen bis zu 0,5 Vollzeitstellen berücksichtigt werden, um die Technik ohne höhere Eigenanteile der Bewohner zu finanzieren. weitere Bundesländer könnten nachziehen.

Rheinland-Pfalz hat einen neuen Finanzierungsweg für KI-gestützte Sprachdokumentation in Pflegeheimen geschaffen. Seit dem 1. Oktober können vollstationäre Einrichtungen die Zeitersparnis bei der Pflegedokumentation auf ihre vereinbarte Personalausstattung anrechnen. Das soll ihnen ermöglichen, die Software aus dem bestehenden Personalbudget zu bezahlen, ohne die Eigenanteile der Bewohner zu erhöhen, berichtet der Hersteller von Sprachdokumentation Dexter Care.

Grundlage ist ein neuer Paragraf 19a im Rahmenvertrag für die vollstationäre Pflege, den Pflegekassen, Sozialhilfeträger und die Pflege-Gesellschaft Rheinland-Pfalz vereinbart haben. Die Regelung steht allen rund 460 vollstationären Pflegeheimen im Land offen und soll im Oktober 2027 überprüft werden.

Mindestens 5,5 VK für Pflegefachkräfte müssen erhalten bleiben

Pro Einrichtung können 0,5 Vollzeitstellen berücksichtigt werden, davon 0,4 für eine Pflegefachkraft und 0,1 für eine Pflegehilfskraft. Die Anrechnung setzt voraus, dass die eingesetzte Technik nachweislich Arbeitszeit spart. Sie beginnt frühestens drei Monate nach der Umstellung auf Sprachdokumentation.

Mindestens 5,5 Vollzeitstellen für Pflegefachkräfte müssen ohne Anrechnung erhalten bleiben. Auch die vorgeschriebene ständige Anwesenheit einer Pflegefachkraft gilt unverändert. Eine Doppelfinanzierung ist ausgeschlossen. Die Regelung kann zudem nicht gleichzeitig mit einer weiteren Erhöhung der Personalausstattung nach Paragraf 113c SGB XI genutzt werden.

Caritas in Trier gab den Anstoß

Den Anstoß gab die Caritas-Altenhilfe in Rheinland-Pfalz. Im Helenenhaus der Vereinigten Hospitien Trier dokumentieren Pflegekräfte bereits seit 2025 mithilfe der Software Dexter. Sie sprechen ihre Einträge in ein Smartphone, eine KI bereitet die Informationen für die Pflegesoftware auf. Vor dem Speichern prüfen und bestätigen die Pflegekräfte die Einträge.

Michael Schröder, Geschäftsführer der Caritas-Arbeitsgemeinschaft Altenhilfe Rheinland-Pfalz/Saarland, verhandelte die neue Regelung für die Pflege-Gesellschaft, heißt es bei Dexter. Wichtig war ihm, den Einsatz der Technik zu finanzieren, ohne die Bewohner zusätzlich zu belasten.

Andere Bundesländer dürften ebenfalls genau hinschauen

Dexter-Geschäftsführer Marc Margulan erwartet, dass das Modell auch in anderen Bundesländern auf Interesse stößt. Das geplante Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) sieht ebenfalls neue Möglichkeiten zur Finanzierung digitaler Technik vor. Rheinland-Pfalz wollte dessen Verabschiedung jedoch nicht abwarten.

Die Vertragspartner überprüfen die Landesregelung zum 1. Oktober 2027. Damit bleibt Zeit, die Erfahrungen auszuwerten und zu sehen, welche bundesrechtlichen Finanzierungsmöglichkeiten das PNOG tatsächlich schafft.

Auch andere Anbieter, etwa Voize, kommen infrage

Die neue Regelung ist nicht auf Dexter beschränkt. In den Umsetzungshinweisen werden Dexter und Voize als Beispiele für Systeme genannt, bei denen eine Entlastung durch Sprachdokumentation aufgrund von Studien und Erfahrungswerten als gegeben gelten kann. Grundsätzlich können auch andere Anbieter berücksichtigt werden.