Kaspar Pfister plant mit seinem Pflegeunternehmen Benevit Projekte in Meßstetten, Biederbach und Bachhagel. Baubeginn soll 2027 sein. Weitere Einrichtungen in Buttenwiesen, Gablingen und Frickenhausen sollen folgen. Pfister will die Projekte auch dann umsetzen, wenn die endgültigen Rahmenbedingungen noch nicht feststehen, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.
Den Anstoß gibt eine Ankündigung von Baden-Württembergs Sozialstaatssekretärin Petra Krebs auf der Feier zum 20-jährigen Benevit-Jubiläum an. Das Land habe beim GKV-Spitzenverband darauf gedrungen, Stambulant in den Empfehlungen für gemeinschaftliche Wohnformen zu berücksichtigen. Dessen Vorstandsvorsitzender Oliver Blatt habe dies bestätigt. Der Verband erarbeitet gerade Empfehlungen zu Vertragsinhalten, Voraussetzungen und Finanzierung. Krebs erwartet, dass Stambulant damit ab 2027 rechtssicher umgesetzt werden kann.
Benevit spricht von monatlich 1.000 Euro weniger Kosten pro Bewohner
Das von Benevit entwickelte Konzept verbindet ambulante und stationäre Pflege. Die Bewohner leben in Hausgemeinschaften und gestalten gemeinsam mit Angehörigen und Pflegekräften den Alltag. Auch bei hohen Pflegegraden ist eine Versorgung bis zum Lebensende vorgesehen. Nach Angaben von Benevit können die monatlichen Eigenanteile gegenüber einem klassischen Pflegeheim um rund 1.000 Euro niedriger ausfallen.
Seit 2016 erprobt Benevit das Modell im Haus Rheinaue in Wyhl. Das Iges-Institut bescheinigte ihm in einer Untersuchung im Auftrag des GKV-Spitzenverbands eine bessere Versorgungsqualität und Einsparpotenziale. Dennoch blieb die Überführung in die Regelversorgung umstritten. Während der Arbeitgeberverband Pflege das Konzept unterstützt, lehnen der BPA und der Paritätische Stambulant als eigenständigen dritten Versorgungssektor ab. Die geplante Einbindung in die Regeln für gemeinschaftliche Wohnformen könnte diesen Konflikt entschärfen.
