Tomaten, Kartoffeln, Kräuter und Blumen bieten unterschiedliche Zugänge zu Menschen mit Demenz. "Gerade bei den Nutzpflanzen werden Erinnerungen an den eigenen Garten von früher geweckt", sagt Kerstin Roch, die den Sozialdienst verantwortet. Bewohner können Cocktailtomaten direkt vom Strauch naschen. Aus den geernteten Kartoffeln werden Bratkartoffeln. So verbindet der Garten Sehen, Riechen und Schmecken mit vertrauten Alltagserfahrungen.
Der Rundweg lässt sich mit dem Rollator nutzen, Bänke bieten Gelegenheit für Pausen. Das Team verlegt auch Beschäftigungen nach draußen, etwa das Bemalen von Steinen oder das Erzählen von Geschichten.
Auch ohne Beschäftigungsangebot wirksam
Nicht jeder Bewohner braucht eine angeleitete Aktivität. Vogelgezwitscher, summende Insekten und das Plätschern des Brunnens ermöglichen auch stille Sinneserfahrungen. "Menschen, die nervös sind, werden hier oft ruhiger und können durchatmen", berichtet Roch.
Einrichtungsleiterin Clarissa Maria Weißenberger sagt: "Es ist ein sehr schöner, geschützter Bereich, den die Menschen genießen und mitgestalten können." Bei schlechtem Wetter bleibt vom Wohnbereich aus der Blick ins Grüne.
Beim Anlegen des Demenzgartens halfen übrigens Schüler einer nahen Grundschule. Eine Garten-AG mit wöchentlichen Besuchen im Pflegeheim ist geplant.
