Im Mittelpunkt des Modells steht eine feste Pflegefachperson, die für den Pflegeprozess des jeweiligen Bewohners verantwortlich ist. Die Bereichsleitung übernimmt dagegen die organisatorische Verantwortung. Diese Trennung soll Zuständigkeiten klären und den Mitarbeitern mehr Raum für ihre Aufgaben geben.
Welche Tätigkeiten Fach- und Hilfskräfte übernehmen, richtet sich nach ihrer Qualifikation. Die Verantwortung für den Pflegeprozess bleibt bei examinierten Pflegefachkräften. Zugleich orientiert sich das Modell an Bedürfnissen der Bewohner wie Sicherheit, Kontinuität, Zugehörigkeit und Wertschätzung.
Teams gestalten die Umsetzung mit
In den beiden evangelischen Pflegezentren erfasste das Projektteam zunächst Strukturen, Personal und Bewohnerschaft. Anschließend entwickelten Mitarbeiter aller Qualifikationsstufen gemeinsam Aufgaben, Rollen und Dienstabläufe. Schulungen, Workshops und eine enge Begleitung durch die Leitung unterstützten die Erprobung.
Quer- und Berufseinsteiger erhielten ein Mentoringangebot, Pflegehilfskräfte ein Qualifizierungsprogramm. Für die palliative Versorgung wurden persönliche Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner mit Wertebögen erfasst und in standardisierten Fallbesprechungen berücksichtigt.
Konzept für weitere Einrichtungen liegt vor
Die Auswertung bezog Rückmeldungen von Mitarbeitern und Bewohnern ein. Als Ergebnis liegt ein Umsetzungskonzept mit Stellenbeschreibungen, Qualifizierungsangeboten und Empfehlungen vor. Es stehe als „Arbeitsinstrument für die trägerweite Implementierung zur Verfügung“, erklärt Projektleiter Markus Witzmann von der Hochschule München.
Das vom bayerischen Gesundheits- und Pflegeministerium geförderte Projekt lief von Januar 2023 bis Dezember 2025. Hintergrund ist die seit Juli 2023 geltende neue Personalbemessung. Sie berücksichtigt den Personalbedarf nach Qualifikation der Mitarbeiter und Pflegegraden der Bewohner.
Das Implementierungskonzept der Personalbemessung kann von der Website der Hochschule München heruntergeladen werden.
