Die Diakonie Bethanien hat die Tagespflege erst Anfang 2025 von Korian übernommen und stellt nun die Verpflegung um. Seit September bereiten zwei Hauswirtschaftskräfte in der Tagespflege Freudenberg im Siegerland täglich das Mittagessen und Gebäck frisch zu. Zuvor lieferte ein Menüservice die Mahlzeiten. Die Gäste können ihre Wünsche äußern und bei der Zubereitung mithelfen. Für einige gehört das Kartoffelschälen inzwischen fest zum Tagesablauf.
Alltagsaufgaben statt zusätzlicher Beschäftigungsangebote
Der Ansatz verbindet die Verpflegung mit der Betreuung. Statt Beschäftigungsangebote eigens zu organisieren, werden die Gäste in vertraute Alltagstätigkeiten einbezogen. Sie übernehmen Aufgaben, die sie von früher kennen, und erleben, dass sie zum gemeinsamen Mittagessen beitragen.
Und: Die Gerüche wecken Erinnerungen. "Bei vielen Menschen schwindet im Alter der Appetit. Die Gerüche aus der Küche, das Mithelfen und Lieblingsspeisen regen ihn wieder an", sagt Einrichtungsleiterin Annalena Bohn. Gespräche über frühere Familiengerichte ergeben sich beim Kochen und Backen fast von selbst.
Auch die Atmosphäre hat sich verbessert
Das Beispiel zeigt, wie sich Hauswirtschaft und Betreuung stärker miteinander verbinden lassen. Voraussetzung sind geeignete Küchenräume, ausreichend Personal und eine Organisation, die es ermöglicht, Gäste zu beteiligen. In Freudenberg übernehmen zwei Hauswirtschaftskräfte die Zubereitung.
Bohn berichtet, dass sich die Atmosphäre in der Tagespflege seit der Umstellung verbessert habe. Die Gäste erkundigen sich morgens als Erstes nach dem Speiseplan und freuen sich auf das gemeinsame Essen. Konkrete Zahlen zu Lebensmittelkosten, Personalaufwand oder zur tatsächlichen Nahrungsaufnahme nennt die Einrichtung allerdings nicht.
