Die beiden Seniorenzentren Homberg gehören zur privaten Gesob-Gruppe. Seit 2013 entwickeln sie ihre Palliativversorgung weiter. Sechs Palliativfachkräfte arbeiten in den Häusern, zwei davon im Nachtdienst. Seit November 2025 sind zusätzlich eine Palliativfachkraft mit 35 Wochenstunden und eine Hospizbeauftragte mit 20 Stunden für Beratung und Begleitung eingeplant.
Bei Bedarf werden ambulante Palliativteams oder Hospizdienste hinzugezogen
Sechs bis acht Wochen nach dem Einzug bieten die Einrichtungen ein Gespräch über die letzte Lebensphase an. Dabei geht es um Patientenverfügungen, Vollmachten, medizinische Versorgung und persönliche Wünsche. Die Ergebnisse werden in der elektronischen Pflegedokumentation festgehalten.
Verschlechtert sich der Gesundheitszustand eines Bewohners, besprechen Pflege, Betreuung und weitere Beteiligte gemeinsam das Vorgehen. Bei Bedarf werden spezialisierte ambulante Palliativteams, Hospizdienste oder Seelsorger hinzugezogen. Regelmäßige Schulungen sorgen dafür, dass nicht nur einzelne Fachkräfte auf solche Situationen vorbereitet sind, heißt es in dem Konzept der Gesob-Gruppe.
Begleitung endet nicht mit dem Tod
Seit Dezember 2025 bieten die Einrichtungen eine organisierte Nachsorge für Hinterbliebene an. Mitarbeiter nehmen nach einem Todesfall Kontakt auf, vermitteln bei Bedarf Trauerbegleitung und begleiten Angehörige auf Wunsch sogar zur Beerdigung. In ihrem eingereichten Konzept schreiben die Verantwortlichen: "Über den Tod hinaus sind unsere Angehörigen weiterhin Teil unserer Gemeinschaft."
Dass auch individuelle Wünsche dazugehören, zeigt ein Beispiel aus dem Heimalltag: Einem sterbenden Bewohner erfüllte das Team den Wunsch nach einem letzten Besuch seiner Triker-Freunde, die vor seinem Fenster AC/DC spielten, berichtet die WAZ (Abo).
Für dieses Gesamtkonzept erhielt das Seniorenzentrum Homberg den ersten Preis für Hospizkultur und Palliativkompetenz in der stationären Altenpflege.
