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5. Februar 2026 | 07:00 Uhr
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"Wir wollen, dass die Pflegebranche sich bei uns austauscht"

Zum zweiten Mal findet in Hannover in der kommenden Woche die Pro Care Messe für die gesamte Pflegebranche statt. Pro Care-Direktorin Heike Grosch (Foto) erklärt im Interview mit Care vor9, was die Messe von anderen Anbietern unterscheidet, mit welchen Innovationen sie punktet und bei welchem Bühnen-Format Besucher über die Würde in ihrem Beruf diskutieren können.

Heike Grosch Messe Hannover

Heike Grosch ist Leiterin der Pflegemesse Pro Care in Hannover

Die Pro Care findet zum zweiten Mal statt. Wie zufrieden sind Sie mit der Zahl der Aussteller und wie viele Besucher erwarten Sie?
Heike Grosch: Zufrieden ist fast zu wenig gesagt, ich bin ehrlich gesagt überwältigt von der Resonanz. Zur Premiere 2025 hatten wir bereits 190 Aussteller in Hannover. In diesem Jahr sind wir sogar schon seit einiger Zeit komplett ausgebucht. Rund 250 Aussteller sind 2026 dabei. Bei den Besuchern möchten wir in diesem Jahr die Marke von 6.500 knacken. Im vergangenen Jahr waren es rund 5.400. Die Rückmeldungen aus dem Markt stimmen uns sehr optimistisch. Unser Team war unter anderem persönlich in rund 300 Pflegeeinrichtungen unterwegs, vor allem im Raum Hannover bis nach Braunschweig. Diese direkte Ansprache ist unbezahlbar.

Aus welchen Bereichen kommen die Besucher? Richten Sie sich eher an Führungskräfte oder an Pflegefachpersonen?
Wir setzen ganz bewusst auf einen breiten Mix. Natürlich sprechen wir Leitungskräfte gezielt an, weil dort am Ende Entscheidungen getroffen werden. Aber genauso wichtig ist das Pflegefachpersonal selbst. Sie wissen am besten, wo es hakt und was im Alltag wirklich gebraucht wird. Unser Anspruch ist, dass sich alle Hierarchieebenen auf der Pro Care wiederfinden. Deshalb haben wir auch unser Ticketmodell entsprechend gestaltet. Wer ein Kongressticket kauft, bekommt drei Messetickets dazu. So kann zum Beispiel eine Führungskraft Kolleginnen oder Kollegen aus dem eigenen Team direkt mitbringen.

Wie grenzen Sie sich von anderen Messen im Pflegebereich ab?
Die Pro Care richtet sich an die gesamte professionelle Pflege. Wir haben uns bewusst nicht auf einen einzelnen Bereich wie die Altenpflege beschränkt, sondern sprechen auch Krankenhaus-, Kinder-, Intensiv- oder Palliativpflege an. Natürlich hat jeder Bereich seine Besonderheiten, aber es gibt viele gemeinsame Themen. Genau diesen Austausch über die Spezialisierungen hinweg wollen wir ermöglichen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist für uns das Thema Wertschätzung. Das kommt aus meiner Sicht bei vielen Formaten zu kurz. Mit Angeboten wie der "Ladestation", der Mitmachbühne für mentales und körperliches Wohlbefinden, wollen wir genau hier ansetzen. Dazu kommen ganz praktische Dinge, wie eine freie Garderobe oder ein Shuttle-Service bis vor die Hallentür oder kleine, süße Aufmerksamkeiten, die in der Halle verteilt werden. Uns ist wichtig, dass die Besucher nicht nur Input bekommen, sondern sich auf der Messe auch rundum wohlfühlen.

Mit "Das Boot" gibt es ein neues Gesprächsformat. Was erwartet die Besucher dort?
Die barrierefreie Bühne "Das Boot – sponsored by opta data" hat unser Team selbst entwickelt. Dort sprechen inspirierende Persönlichkeiten aus der Pflege über die Themen Haltung und Würde im Berufsalltag. Das sind Werte, die viel zu selten thematisiert werden, aber für die Pflege ja eigentlich grundlegend sind. Es geht im Boot nicht um Fachvorträge oder Produktpräsentationen, sondern um persönliche Perspektiven und ehrlichen Austausch. Auch das Publikum kann und darf sich zu Wort melden. Sitzplätze gibt's etwa 30, aber drumherum ist natürlich auch Platz.

Die Innovation Tours führen die Besucher gezielt über die Messe. Wie laufen diese Rundgänge ab?
Die Innovation Tours können kostenfrei über unsere Webseite gebucht werden. Sie werden vom Messeteam begleitet und führen in etwa 90 Minuten zu ausgewählten Ausstellern. An jeder Station übernimmt der jeweilige Aussteller selbst und stellt seine Innovation vor. Das ist ideal für alle, die ihren Messebesuch effizient planen möchten. Wir achten dabei auf eine gute Mischung – von Software über Textilien bis hin zu Robotik. Mehr als 30 Teilnehmende pro Tour machen allerdings trotz Headsets keinen Sinn, sonst bleibt an den Ständen tatsächlich kein physischer Raum mehr.

Welche Formate fördern besonders den Austausch zwischen Praxis, Politik, Kostenträgern und Anbietern?
Das sind vor allem Podiumsdiskussionen, Panels und Workshops. Ein besonderes Highlight ist das politische Panel auf der Spotlight-Stage gemeinsam mit dem Unternehmerverband Niedersachsen. Dort kommen Vertreter der Wohlfahrtsverbände, private Anbieter, die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung sowie der Vorstand der AOK Niedersachsen zusammen. Ergänzt wird das Ganze durch Workshops, Mitmachformate und eine neue Best-Practice-Fläche vom "Cluster Zukunft der Pflege", die durch das Pflegepraxiszentrum der Medizinischen Hochschule Hannover betreut und vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert wird. Dort können Innovationen vom Bakterienscan bis hin zum humanoiden Roboter Ameca direkt ausprobiert werden.

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