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AOK in Baden-Württemberg treibt Weaning voran

Die AOK Baden-Württemberg führt ihr Weaning-Programm Privent dauerhaft fort. Fünf spezialisierte Zentren unterstützen Intensivstationen, Patienten von Beatmung und Trachealkanülen zu entwöhnen. Für Intensivpflegedienste kann das bedeuten: Patienten könnten nach erfolgreichem Weaning weniger oder keine Intensivpflege mehr benötigen.

Das Programm setzt bereits vor der Entlassung aus dem Krankenhaus an. Intensivstationen ohne eigene Weaning-Expertise können schwierige Fälle mit einem spezialisierten Zentrum besprechen oder ein Konsil am Krankenbett anfordern. Nach Angaben der AOK zeigen Studien, dass 60 bis 80 Prozent der Patienten, die auf nicht spezialisierten Stationen als nicht entwöhnbar galten, in Weaning-Zentren doch von der Beatmung befreit werden konnten.

Für Betreiber außerklinischer Intensivpflege kann das die Überleitung und den späteren Versorgungsbedarf verändern. Patienten können nach erfolgreichem Weaning weniger intensive Unterstützung benötigen oder die Voraussetzungen für eine außerklinische Intensivpflege nicht mehr erfüllen. Das Programm richtet sich ausdrücklich auch an Menschen, die bereits selbstständig atmen, aber noch eine Trachealkanüle tragen. In diesen Fällen würden es darum gehen, wenn medizinisch möglich, auch die Kanüle zu entfernen.

Privent wurde von 2021 bis 2024 an 39 Intensivstationen erprobt. Am neuen dauerhaften Vertrag beteiligen sich zunächst fünf Weaning-Zentren in Baden-Württemberg. Weitere Krankenhäuser können dem Netzwerk als Kooperationskliniken beitreten.