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Insolvenzverfahren der AWO Bielefeld eröffnet

Das Amtsgericht hat das Insolvenzverfahren der AWO Bielefeld in Eigenverwaltung eröffnet. Der Kreisverband und seine Tochtergesellschaft mit rund 800 Beschäftigten setzen damit ihre Sanierung fort. Alle Angebote, darunter ambulante Pflege und Tagespflege, laufen weiter. Die AWO kritisiert, dass vor allem steigende Tariflöhne von den Kostenträgern häufig nicht vollständig refinanziert werden.

Die AWO Bielefeld hatte Anfang August Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Nun arbeitet sie an einem Insolvenzplan, der mit den Gläubigern abgestimmt werden soll. Bis Ende Februar 2027 strebt der Verband den Abschluss des Verfahrens an. Sämtliche Einrichtungen und Dienste werden auf ihre Wirtschaftlichkeit überprüft.

Zusätzliche Schwierigkeiten bereiten nach Angaben der AWO öffentliche Geldgeber, die während der Zahlung von Insolvenzgeld Zuschüsse oder Leistungsentgelte kürzen oder zurückhalten. Der Verband will ausstehende Zahlungen deshalb teilweise einklagen.

Als wesentliche Ursache der finanziellen Probleme nennt die AWO die unzureichende Refinanzierung gestiegener Kosten. Besonders in der Pflege würden höhere Tariflöhne nicht immer vollständig von den Kostenträgern übernommen. Hinzu kämen steigende Sach- und Verwaltungskosten sowie lange Zahlungsfristen. Der Verband fordert deshalb eine grundlegende Reform der Finanzierung sozialer Dienstleistungen.