Ambiente Care schließt nächste Pflegeeinrichtung
Die Ambiente Care Süd wird ihr Pflegeheim in Gröbenzell bei München zum 31. Mai schließen. Dies meldet das Unternehmen auf seiner Website. Grund sei "die notwendige grundlegende bauliche Sanierung und strukturelle Neuaufstellung der Einrichtung", heißt es. Die Einrichtung mit 35 Plätzen ist Eigentum der Ambiente Care Süd, die wegen verspäteter und ausstehender Gehaltszahlungen seit Monaten Schlagzeilen macht.
Ambiente Care
Hier in Gröbenzell befindet sich auch der Firmensitz der Ambiente Care Süd
"Die Ambiente Care Süd GmbH hat nach umfassender Prüfung der fachlichen, wirtschaftlichen und baulichen Rahmenbedingungen entschieden, den stationären Pflegebereich im Ambiente Haus am Gröbenzell geordnet, zum 31.05.2026 einzustellen", steht es auf der Ambiente-Website. Wie es für Mitarbeiter und Bewohner der 31 Zimmer weitergeht, ist dort aber nicht zu lesen.
Die Seniorenresidenz Gröbenzell ist im Eigentum von Ambiente Care. Das Haus soll eine "notwendige grundlegende bauliche Sanierung und strukturelle Neuaufstellung" erfahren, heißt es weiter in der Mitteilung. Der Münchner Merkur zitierte Geschäftsführer Karl Heinz Lukofnak schon 2022 damit, dass er nicht nur sanieren wolle, sondern auch neu bauen. Jetzt folgt die Schließung.
Woher das Geld für eine Sanierung oder gar Erweiterung kommen soll, bleibt unklar. Seit Monaten beschweren sich Mitarbeiter von Ambiente Care bei Care vor9 über ausstehende Gehälter. Eine Reihe von Beschäftigten will nun ihre Löhne vor Gericht einklagen.
"Das Unternehmen wird derzeit durch einen Dritten kapitalisiert", heißt es in der Zentrale
Ambiente Care hatte verspätete Gehaltszahlungen schon früher gegenüber Care vor9 eingeräumt. Auf erneute Nachfrage der Redaktion antwortet Sprecherin Patrizia Toews: "In der jüngeren Vergangenheit kam es zu zeitlichen Überschneidungen, die kurzfristig zu Irritationen und Missverständnissen geführt haben."
Und sie macht den Beschäftigten Hoffnung auf eine Veränderung. "Das Unternehmen wird derzeit durch einen Dritten kapitalisiert, sodass ab Anfang/Mitte April ein geordneter Betrieb gewährleistet ist", schreibt Toews. Die Mitarbeiter seien über "die Kapitalisierung" und die laufende Restrukturierung informiert, behauptet sie. In jedem Fall hätten die ausstehenden Gehaltszahlungen "oberste Priorität". Woher frisches Geld kommen soll, lässt sie offen.
Kirsten Gaede