Ambiente-Standort Herbstein wartet noch auf Februar-Gehalt
Am 27. Februar, also einen Monat zu spät, haben die Ambiente-Care-Mitarbeiter am Standort Herbstein in Hessen ihr Januar-Gehalt bekommen. Doch anders als bei den Kollegen an anderen Standorten des Unternehmens ist auf ihrem Konto noch keine Abschlagzahlung für den Monat Februar eingegangen. Sie haben auch kein Info-Schreiben erhalten, in dem die Geschäftsführer die Auszahlungsmodalitäten des Februar-Gehalt erklären, berichten Mitarbeiter.
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Viele Mitarbeiter sind in Sorge, weil sie mit ihrem Konto ins Minus geraten und Schulden machen müssen
Mehrere Mitarbeiter haben in der Ambiente-Care-Geschäftsführung nach einem verbindlichen Termin für die Zahlung des Februar-Gehalts gefragt, doch keine Antwort erhalten. Einige haben erneut einen "Drittgläubigerinsolvenzantrag" gestellt. Ein Kollege hat an Landrat und Bürgermeisterin geschrieben. Die Heimaufsicht musste er nicht mehr kontaktieren, denn die ist ohnehin im Bilde, fast täglich steht sie in Kontakt mit den Teams vor Ort.
Von den 60 Plätzen in der Einrichtung, so schätzen Mitarbeiter, sind nur noch knapp zwei Drittel belegt. Es gebe Anfragen von Angehörigen, es gingen wohl auch Bewerbungen ein – aber wegen der finanziellen Schieflage und der allgemeinen Intransparenz, könnten keine Entscheidungen getroffen werden.
Als endlich das Januar-Gehalt kam, hat eine Kollegin vor Freude geweint
Gekündigt haben bisher nur fünf Mitarbeiter aus der Pflege, berichtet eine Mitarbeiterin. Der Zusammenhalt sei beeindruckend, aber die Kollegen würden nervös. Manche hätten für einen Hauskauf einen Kredit aufgenommen und fürchten die Banken könnten die Geduld verlieren. Einige müssten schon bei den Lebensmitteln sparen. Neulich, am Freitag, den 27. Februar, als das Januar-Gehalt endlich eintraf, sei eine Kollegin in Tränen ausgebrochen. Vor Freude. Nun könne sie endlich wieder richtig einkaufen, sagte sie.
Die Bitte um Stellungnahme von Care vor9 zur Situation in Herbstein hat Ambiente Care mit den Worten beantwortet: "Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns derzeit nicht zu dem angefragten Sachverhalt äußern."
Kirsten Gaede