Die Streichungen der Bundesmittel für das FSJ bedeuten circa 10 bis 15 Prozent weniger Stellen bei der AWO. "Die geplanten Kürzungen im Bundeshaushalt 2025 um 12 Prozent der Mittel zwingen uns, die Freiwilligenplätze massiv zu reduzieren", sagt Alexandra Hoorn, Referentin für die Freiwilligendienste bei der AWO. Von dem Bundeszuschuss muss die pädagogische Begleitung der FSJler finanziert werden, sprich, 25 Seminartage sowie die persönliche Begleitung. Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) bei der AWO wird von den Kürzungen des Bundes wohl noch nicht betroffen sein.
Freiwilligendienste sorgen für "Klebeeffekt"
Seit Jahren schon beobachten Pflegepraktiker und Personalexperten, dass das FSJ ein wirksames Instrument gegen den Fachkräftemangel im Gesundheitswesen und in der Pflegebranche ist. Sie sprechen von einem sogenannten Klebeeffekt: Der Praxiseinblick weckt bei einem Teil der FSJler den Wunsch, eine Pflegeausbildung, ein Medizinstudium oder eine Ausbildung in einem therapeutischen Bereich zu beginnen.
Die AWO fordert deshalb sogar, die Freiwilligendienstplätze bundesweit von 100.000 auf 200.000 zu verdoppeln. "Uns schwebt eine grundsätzliche Vereinfachung vor: Potenzielle Freiwillige und Anbieter sollten die Möglichkeit haben, unbürokratisch und spontan loslegen zu können. Wir sprechen uns für ein Recht auf einen Freiwilligendienst aus, das heißt, jede abgeschlossene Vereinbarung erhält eine Förderung", sagt Hoorn.
Kirsten Gaede