Digital-Kompetenzzentrum für Pflege relativ wenig genutzt
Die Bundesregierung zieht eine positive Zwischenbilanz zum Kompetenzzentrum Digitalisierung und Pflege. Seit dem Start 2024 hat die beim GKV-Spitzenverband angesiedelte Stelle Informationen etwa zur Telematikinfrastruktur, zu Fördermitteln und Anlaufstellen für Pflegeeinrichtungen aufgebaut. Der Haken: Die Reichweite ist bislang überschaubar. Angesichts von rund 32.000 Pflegeeinrichtungen wirken 5.638 Web-Besuche in gut zweieinhalb Monaten eher mager.
iStock/Andril Shyp
Nach einem kurzen Startschub mit mehr als 400 Besuchen an den ersten beiden Tagen sank das Interesse der Pflegebetreiber danach deutlich
Kommunikation in der Qualitätsprüfung
Lernen Sie jetzt Fachgespräche in Qualitätsprüfungen souverän zu führen, schwierige Fragen klar zu beantworten und Prüfern sicher Auskunft zu geben. Entdecken Sie Strategien für weniger Stress, mehr Sicherheit und maximale Klarheit im Fachgespräch. Termine: 23. April I 10 bis 12 Uhr. Jetzt anmelden.
Die Bundesregierung lobt das Kompetenzzentrum Digitalisierung und Pflege als gelungenen Aufbau mit ersten sichtbaren Ergebnissen. Genannt werden vor allem der neue Internetauftritt, Informationen zur Telematikinfrastruktur, Hinweise zu Fördermöglichkeiten in der Langzeitpflege und die Vorbereitung einer Handlungsempfehlung zur Cybersicherheit für ambulante und stationäre Einrichtungen.
Tatsächlich bietet die Seite nützliche Inhalte. Dazu gehören Berichte wie die Prognos-Expertise zur digital gestützten Pflegeplatzsuche und -vermittlung. Hilfreich ist auch, dass das Kompetenzzentrum Anlaufstellen und Unterstützungsangebote teils über interaktive Karten sichtbar macht. Wer sich gezielt mit Digitalisierung in der Pflege beschäftigt, findet dort also durchaus Material mit praktischem Wert.
Nur 270 Website-Besuche in einer Woche
Auffällig bleibt dennoch die begrenzte Reichweite. Für den Zeitraum vom 30. Juni bis 15. September 2025 wurden insgesamt 5.638 Besuche gezählt. Nach einem kurzen Startschub mit mehr als 400 Besuchen an den ersten beiden Tagen sank das Interesse deutlich. Ab Mitte Juli wurden werktags im Schnitt nur noch rund 60 Besuche registriert, an Wochenenden etwa 13. Die wöchentlichen Zahlen fielen von 1.506 in Kalenderwoche 27 auf 270 in Kalenderwoche 37.
Gemessen am Anspruch ist das wenig. Das Kompetenzzentrum will nach eigener Darstellung zunächst rund 32.000 Pflegeeinrichtungen und -dienste erreichen. Die Frage drängt sich daher auf, woran die schwache Resonanz liegt: am begrenzten Bekanntheitsgrad, an zu wenig praxistauglichen Inhalten oder schlicht daran, dass viele Einrichtungen im Alltag kaum Zeit haben, sich systematisch mit solchen Angeboten zu befassen.
Kompetenzzentrum erhält zehn Millionen Euro für fünf Jahre
Finanziell ist das Projekt ambitioniert angelegt. Für das Kompetenzzentrum stehen über fünf Jahre insgesamt zehn Millionen Euro zur Verfügung, abgestimmt mit dem Bundesgesundheitsministerium. Das Geld fließt in Personal, Sachkosten und externe Aufträge.
Das Kompetenzzentrum selbst setzt nun auf mehr Reichweite durch einen Newsletter, zusätzliche Inhalte und neue Zielgruppen.