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22. Februar 2026 | 18:26 Uhr
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Mailen

Ex-Curata-Chef soll Domus-Cura-Gruppe retten

Die ins Schlingern geratene Domus-Cura-Gruppe hat sich nach dem Bericht von Care vor9 am Freitag erstmals zu den Insolvenzen einzelner Betriebsgesellschaften sowie zu ihren Zukunftsplänen geäußert. Hauptgesellschafter Fred Vincent Maleika aus Luxemburg übernahm die Geschäftsführung der Holding "Domus Cura GmbH – Leben und Wohnen im Alter" jetzt selbst und will sie neu aufstellen. Als Prokurist und Geschäftsführer einzelner Betriebsgesellschaften wirkt der frühere Curata-Chef Peter Paul Gruber (Foto).

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Laut dem Datendienstleister Northdata ist Maleika mit 50,8 Prozent an der Domus-Cura-Holding beteiligt. Der 49-Jährige ist seit dem Start der Gruppe im Jahr 2017 als Gesellschafter an Bord. Am 2. Februar wurde zudem er als Alleingeschäftsführer der Domus-Cura-Holding ins Handelsregister eingetragen. Von der erst am 31. Juli vergangenen Jahres berufenen Geschäftsführerin Birgit Knufinke hat sich Domus Cura getrennt.

Peter Paul Gruber ist der zweite neue Name im Management von Domus Cura. Laut Handelsregister hat er Einzelprokura für die Gruppe und ist gleichzeitig Geschäftsführer einzelner Betriebsgesellschaften. Der 78-Jährige war von 2021 bis 2023 Geschäftsführer des Pflegeanbieters Curata, der ebenfalls eine Insolvenz in Eigenverwaltung durchgemacht hat. Er soll nun Maleika helfen, Domus Cura zu sanieren.

Regelinsolvenzen und Sanierung in Eigenverwaltung bestätigt

Zusammen mit Maleika ist Gruber Geschäftsführer der Pflegewohnpark Glück im Winkel Betriebsgesellschaft mbH und der Pflegezentrum Crailsheim GmbH. Für beide Gesellschaften wurde bereits einem Insolvenzantrag in Eigenverwaltung stattgegeben. Der Restrukturierungsexperte und Rechtsanwalt Steffen Schneider soll nun zusammen mit der Geschäftsführung einen Sanierungsplan erarbeiten. Zum vorläufigen Sachwalter haben die Gerichte für beide Gesellschaften Rechtsanwalt Marc-Philippe Hornung von der Sozietät SZA Schilling, Zutt & Anschütz bestellt.

Schneider zufolge gibt es eine gute Basis für die nachhaltige Sanierung der drei betroffenen Standorte. Die Häuser seien gut belegt und die Nachfrage groß. Der Pflegewohnpark Glück im Winkel beschäftigt in seinen zwei Betriebsstätten in Michelbach und Neunkirchen im Odenwald 110 Mitarbeiter, die Einrichtung in Crailsheim hat laut Domus Cura 30 Beschäftigte.

Die ebenfalls zu Domus Cura gehörenden Pflegezentren Hüffenhardt bei Heidelberg und Hildesheim bei Hannover haben hingegen Regelinsolvenzverfahren beantragt. "In beiden Gesellschaften war aus juristischen und wirtschaftlichen Gründen eine Restrukturierung über eine Eigenverwaltung nicht gegeben", so Domus Cura in einer Presseerklärung. Um die Zukunft beider Häuser kümmern sich nun die von den Gerichten bestellten vorläufigen Insolvenzverwalter. Diese haben angekündigt, den Geschäftsbetrieb fortführen zu wollen und Sanierungsoptionen zu prüfen.

Maleika will Domus Cura neu aufstellen und zurück in schwarze Zahlen

Laut Domus Cura gehören derzeit zehn Gesellschaften zur Gruppe, die zusammen rund 800 Mitarbeiter beschäftigen. "Die Domus-Cura-Gruppe passt sich insgesamt an die Entwicklungen in der Branche an, will sich in den kommenden Monaten neu aufstellen und mit ihren Gesellschaften und den Beschäftigten wieder schwarze Zahlen schreiben", heißt es in der Pressemitteilung. Das Unternehmen setze dabei vor allem auf außergerichtliche Sanierungsmaßnahmen. Bei bisher zwei Regelinsolvenzen und zwei Insolvenzen in Eigenverwaltung klappt dies aber offenbar nicht immer.

Thomas Hartung

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