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6. Dezember 2021 | 22:00 Uhr
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In Berlin ist der Bedarf an neuen Pflegeplätzen am größten

Allein in der Hauptstadt fehlen bis 2040 mehr als 6.000 zusätzliche Pflegeplätze, bundesweit über 200.000. Die recht großen regionalen Unterschiede auf Kreisebene zeigt der Pflegeheim-Atlas Deutschland 2021 von der Immobilienberatung Wüest Partner. Die Experten sehen einen klaren Trend zur ambulanten Pflege und zu kleineren Heimen.

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Rot bedeutet den größten Zusatzbedarf an Heimplätzen auf Kreisebene, Blau den geringsten

Laut Prognose werden 2040 rund 5,1 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig sein. Daraus ergibt sich ein zusätzlicher Bedarf je nach Szenario von bis zu 2.300 zusätzlichen Pflegeheimen. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse des aktuellen Pflegeheim-Atlas Deutschland, der von Wüest Partner bereits zum vierten Mal herausgegeben wird.

Viele ältere Menschen haben allerdings den Wunsch im Alter möglichst lang in den eigenen vier Wänden bleiben zu können. So hat die Anzahl an ambulant versorgten Älteren seit 2015 um 42 Prozent auf 983.000 zugenommen, wohingegen der Anstieg der Pflegebedürftigen in Pflegeheimen mit einem Plus von 22 Prozent im selben Zeitraum deutlich geringer ausfällt.

185.000 zusätzliche Pflegeplätze bis 2040 nötig

Auch mit rückläufiger Heimquote wächst der Bedarf. Wüest Partner prognostiziert für 2040 einen zusätzlichen demografisch bedingten Pflegebedarf von rund 185.000 Pflegeheimplätzen. "In den kommenden zwanzig Jahren werden somit rund 1.850 zusätzliche Pflegeheime mit jeweils 100 Betten benötigt. Den absolut höchsten Bedarf verzeichnen dabei Berlin mit 6.022 Plätzen, gefolgt von Hamburg mit 2.148 Plätzen und der Region Hannover mit 1.989 Plätzen", so Karsten Jungk, Geschäftsführer bei Wüest Partner.

Auf Ebene der Bundesländer weisen die drei einwohnerstärksten Länder auch den größten Bedarf an zusätzlichen Heimplätzen auf: an oberster Stelle steht Bayern mit rund 33.500 benötigten Plätzen, auf Rang zwei folgt Nordrhein-Westfalen mit 32.300 Plätzen und auf Rang drei Baden-Württemberg mit 25.900 Plätzen. Bei den Kreisen und kreisfreien Städten führen Erding, Freising und Bamberg die Liste mit dem höchsten prozentualen Zusatzbedarf an.

Trend zu kleineren Pflegeheimen

Die Zahl der Pflegeplätze je Pflegeheim ist seit Jahren rückläufig. Lag der Durchschnitt 2005 noch bei 73 Plätzen pro Heim, sank der Wert  2019 auf 63. Gründe für diese Entwicklung liegen unter anderem  in den Landesheim-Gesetzen, die in einigen Bundesländern die Größe von Heimen vorschreiben. So sieht beispielsweise das 2014 in Nordrhein-Westfalen in Kraft getretene Wohn- und Teilhabegesetz vor, dass ein neu errichtetes Pflegeheim ausschließlich Einzelzimmer und maximal 80 Plätze haben darf.

Die kostenlose Version des Pflegeheim-Atlas Deutschland 2021 können Interessierte als PDF von der Website des Immobilienentwicklers Wüest Partner herunterladen.

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