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14. Januar 2026 | 22:00 Uhr
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Was Alloheim nach der RTL-Reportage verändert hat

Nach der RTL-Reportage über Alloheim hat sich in der Neusser Einrichtung des Konzerns, in der der Undercover-Dreh stattfand, einiges zum Besseren gewandelt. Das berichtet die Rheinische Post, die sich vor Ort ein Bild gemacht hat. Das Pflegeunternehmen hatte bereits zu verstehen gegeben, dass manches tatsächlich nicht gut gelaufen sei. "Hier haben Pflegekräfte nicht so gehandelt, wie es unser Anspruch ist, wie unsere Qualitätsstandards gelebt werden sollen", hieß es in einer Pressemitteilung.

Alloheim hat die Einarbeitung verbessert: Jeder neue Mitarbeiter hat jetzt einen festen Ansprechpartner (Symbolfoto)

Gegenüber der Rheinischen Post (Abo) fügt Alloheim-Sprecher Stephan Rammelt allerdings hinzu: "Wir haben schon vor der Sendung festgestellt, dass Prozesse nicht so gelaufen sind, wie es unser Anspruch ist. Und wir haben gehandelt. Dazu brauchte es nicht Team Wallraff." Bereits Mitte Juni, vier Monate vor der Sendung der Reportage, habe für den Konzern nach einer Kündigungswelle in Neuss festgestanden, dass er sich von der Leiterin trennen wollte. Auch sei bereits im August beschlossen worden, freie Betten im Heim nicht mehr zu belegen, zitiert die Rheinische Post Rammelt. 

Nach wie vor hat Deutschlands größtes Pflegeunternehmen aber den von RTL erweckten Eindruck zurückgewiesen, "es das gezeigte Verhalten einzelner Pflegekräfte als Unternehmen hinnehmen oder sogar bewusst in diese Richtung steuern würde". Gegen diesen Vorwurf verwahre man sich entschieden. 

Es gibt jetzt weniger Leasingkräfte, mehr Schulungen und eine bessere Einarbeitung  

Und was hat sich jetzt in Neuss geändert? Offenbar eine Menge. Zunächst: Es gibt jetzt, so die Rheinische Post, eine motivierte, warmherzige neue Leiterin. Die 61-jährige Fotini Hohn arbeitet seit über 40 Jahren in der Pflege, hat Gesundheitswissenschaften studiert und freut sich über die Möglichkeit, die Prozesse im Haus neu zu gestalten.

Konkret verbessert habe sich nach Aussagen der neuen Chefin bereits die Einarbeitung. Die findet jetzt mit festem Ansprechpartner für die neuen Kollegen statt. Außerdem gibt es Schulungen, etwa zum Umgang mit kognitiv beeinträchtigten Bewohnern. Auch werden nicht mehr so häufig Leasingkräfte geheuert. Stattdessen kämen bei Engpässen jetzt Mitarbeiter aus dem konzerneigenen Springerpool. Es seien außerdem vier neue Pflegefachkräfte eingestellt worden, zwei weitere würden demnächst folgen.  

Kirsten Gaede

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