Pflegerat drängt auf Umbau der Langzeitpflege
Der Deutsche Pflegerat (DPR) fordert neue Wohnformen und mehr Kompetenz für Pflegefachkräfte. Klassische Pflegeheime allein seien nicht geeignet, Lebensqualität und Selbstbestimmung zu sichern. Stattdessen müssten neue, wohnortnahe Versorgungsformen gestärkt und Pflegefachpersonen in ihrer Entscheidungsrolle deutlich aufgewertet werden, heißt es im DPR-Positionspapier "Zukunft der Langezeitpflege muss personen- und familienzentriert sein".
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Beziehungsarbeit sollte mehr in den Mittelpunkt rücken, meint der Pflegerat
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Die Fachkommission "Zukunft der Langzeitpflege" des DPR rückt unter anderem die Wohn- und Versorgungsformen ins Zentrum ihrer Empfehlungen. Gute Pflege gelinge dann, wenn Wohnangebote Alltag, Lebensgeschichte und Sicherheitsbedürfnis gleichermaßen berücksichtigen. Klassische stationäre Vollversorgung erfülle diesen Anspruch häufig nicht ausreichend.
Der DPR plädiert deshalb dafür, neue Wohnformen zu fördern. Dazu zählten gemeinschaftsbasierte Modelle, Quartierskonzepte und generationenübergreifende Angebote. Sie sollen Autonomie und Sicherheit "besser ausbalancieren" und unnötige Institutionalisierung vermeiden. Gleichzeitig fordert der Rat, ambulante Dienste und technische Assistenzlösungen auszubauen, um vertraute Lebenswelten zu stärken.
Selbstbestimmung und Teilhabe sollen verbindliche Qualitätskriterien werden. Menschen mit Unterstützungsbedarf müssten stärker in Alltags- und Versorgungsentscheidungen eingebunden werden, etwa über feste Beteiligungsformate, heißt es in dem Positionspapier.
DPR fordert, Handlungskompetenz der Fachkräfte zu erweitern
Zugleich will der DPR die Rolle der Pflegefachpersonen stärken. Ihre Vorbehaltsaufgaben müssten verbindlich anerkannt und strukturell abgesichert werden. Langfristig fordert die Kommission ein eigenständiges Leistungsrecht für die Pflege, das pflegefachliche Entscheidungen rechtlich absichert und die Handlungskompetenz im Versorgungsalltag erweitert.
Auch sollten Pflegefachpersonen die Feststellung von Pflegebedürftigkeit im Rahmen eines standardisierten Verfahrens vor Ort durchführen dürfen – fachlich fundiert und personenorientiert. Damit würde die professionelle Einschätzung stärker gewichtet als formale Prüfprozesse.
Beziehungsarbeit als pflegerische Leistung anerkennen
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Beziehungsarbeit. Kontakt, Begleitung und Kommunikation seien zentrale pflegerische Leistungen, bislang jedoch unzureichend beachtet und finanziert. Der DPR fordert verbindliche Zeitbudgets sowie die Care-Arbeit und "Mental Load" anzuerkennen – auch bei Angehörigen. Supervision und reflektierende Fallarbeit müssten regelhaft refinanziert werden.
Das Positionspapier Die Zukunft der Langezeitpflege muss personen- und familienzentriert sein steht auf der Website des Deutschen Pflegerats zum Download bereit.