7 Tipps für mehr Behaglichkeit im Pflegeheim
Im Frühling liegt es nahe, frischen Wind hereinzulassen und Glanz in die Einrichtung zu bringen. Doch das muss nicht gleich aufwendiges Renovieren bedeuten. Oft reichen kleine Kniffe, damit es behaglicher, freundlicher – und vielleicht sogar eleganter aussieht. Manchmal ist schon viel erreicht, wenn man auf bestimmte Dinge – wie Hinweise in Klarsichthüllen – verzichtet, meint Einrichtungsexpertin Marisa Möller.
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Es muss nicht immer ein Blumenstrauß sein: Zwei kleine Blumen können auch schon viel Wirkung entfalten
1. Tipp: frische Blumen
Einige frische Blumensträuße auf jeder Etage wären schön, sind aber kostspielig. Wie gut, dass auch eine einzelne Blume durchaus Wirkung entfaltet – vorausgesetzt sie steckt tatsächlich in einer (schmalen) Vase und nicht in einer Limo-Flasche oder in einem Senfglas.
2. Tipp: Für Kaffeebecher & Co. etwas mehr ausgeben
Viele Menschen denken beim Thema Einrichtung groß: an Stühle, Tische, Betten und Schränke. Dabei wird die Wirkung von kleinen Dingen leicht unterschätzt. Die Thermoskanne, die Kaffeebecher, die Zuckerdose, das Milchkännchen, die Vase. "Sie sind in Pflegeheimen fast allgegenwärtig und es gibt sie in unglaublich scheußlich – oder aber in hübsch, wenn man nur ein wenig mehr Geld ausgibt. Wenn ich an die Wirkung dieser Gegenstände denke und an die lange Zeit, die sie uns umgeben, dann lohnt es sich allemal, ein paar Euro mehr für die attraktivere Variante auszugeben", sagt Marisa Möller, die beim Betreiber Brina in Düsseldorf die Einrichtung konzipiert und umsetzt.
Etwas raffinierter gestaltete Alltagsgegenstände gibt es nicht in jedem x-beliebigen Laden, weshalb Möller dazu rät, sich Anregung in Magazinen und im Internet zu holen.
3. Tipp: Auf viel Plastik verzichten
Im Hotel findet man sie fürchterlich, warum sollten sie dann auf den Tischen im Speisesaal stehen: die kleinen Plastikpapierkörbe mit Schwingdeckel. Plastik sieht einfach billig aus, oft sogar ranzig, wenn es zu oft schmutzig wird, weil der Dreck in die Oberfläche dringt. Es gibt Alternativen: kleine Körbe zum Beispiel.
Es ist in jedem Fall auch eine Überlegung wert, ob sich die Schnabelbecher aus Plastik in dem einen oder anderen Fall nicht durch Porzellan-Exemplare ersetzen lassen. Das sieht nicht nur besser aus: Der Kaffee schmeckt dann definitiv auch besser.
4. Tipp: viele kleine Lampen und Leuchter
Ein zu grelles oder auch ein zu diffuses und fahles Licht können die schönste Stimmung und Einrichtung zunichtemachen. Es lohnt sich deshalb, mehrere kleine, ausgewählte Lampen und Leuchter in einem Raum zu platzieren. "Natürlich braucht man eine Grundbeleuchtung, die man in bestimmten Situationen einschalten kann. Die Lampe braucht aber trotzdem nicht so hell zu leuchten wie in einem Krankenhaus", sagt Möller.
5. Tipp: Weg mit Aufklebern an den Wänden
"Selbstklebende Deko-Sticker, ebenso wie Sticker mit Sprüchen, gehören für mich mit zu den schlimmsten Einrichtungssünden", meint Möller. "Man kennt das aus dem Kinderzimmer, aber wir befinden uns im Pflegeheim in der Erwachsenenwelt. Mancher denkt, dadurch wird’s im Wohnbereich gemütlicher, aber das Gegenteil ist der Fall. Diese Aufkleber haben keinen ästhetischen Wert und keinen Bezug zur Umgebung. Sie tragen nur dazu bei, dass alles vollgestellter wirkt."
6. Tipp: Hinweise in Klarsichthülle verbannen
Das hat jeder Pflegeheim- oder Krankenhausbesucher schon einmal gesehen: Zettel in Klarsichthülle, die mit Tesafilm auf Schränke, Kacheln oder Wände geklebt sind mit Hinweisen wie "Vasen" und "Geschirr bitte hier zurückstellen", die gelegentlich auch noch von zahlreichen Ausrufezeichen begleitet sind. Die meisten Bewohner und Besucher dürften sich auskennen im Wohnbereich, und wenn nicht, spricht man sie einfach an. Alles besser als Hinweise in Klarsichthüllen: Sie sehen extrem billig aus und verbreiten Anstaltsatmosphäre, wo Menschen ihr Zuhause haben.
7. Flyer-Stapel und Pinwände vermeiden
In manchen Einrichtungen findet sich am Empfang ein Potpourri an Postkarten, Visitenkarten und Flyer. Möller: "Da frage ich mich, warum das ganze Papier dort liegt, das mit der Einrichtung selbst gar nichts zu tun hat. Das scheint völlig bezuglos und macht den ersten Eindruck kaputt. In einem Laden wären solche Info-Tische kein Problem, aber zu einem Zuhause, wie es eine Pflegeeinrichtung ist, passt es nicht. In unseren eigenen vier Wänden haben wir ja auch keine Flyer-Stapel liegen."
Das Gleiche gilt für Pinwände. "An denen hängen oft drei Millionen Zettel und Flyer, viele davon uralt. Diese Überfülle erzeugt einen ganz unruhigen Eindruck. Alternativ könnte man die Flyer vom Pizza-Service etc. einfach in eine Schublade legen."
Der Artikel erschien zuerst am 7. Januar 2025 und wurde am 17. März 2026 aktualisiert.
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Kirsten Gaede