Besseres Management für kleine Träger durch "geteilte Chefs"
Der Chef von Managing Sharing in Lilienthal bei Bremen wirbt dafür, dass zwei bis drei kleine Pflegeeinrichtungen gemeinsam eine richtig gute Geschäftsführung anheuern – eine Geschäftsführung, die sie sich allein gar nicht leisten könnten. Klar, Sven Mensen verdient mit diesem Modell sein Geld: Er vermittelt die Führungskräfte, die bei ihm angestellt sind. Aber die Idee klingt in jedem Fall anregend.
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Gute, gestandene Führungskräfte sind nicht leicht zu finden in der Pflegebranche, meint der Chef von Managing Sharing
Mensen meint, es gebe in der Pflege auch einen zunehmenden Mangel an qualifizierten Führungskräften. Viele Träger könnten die marktüblichen Gehälter nicht refinanzieren. Die Folge: Leitungspositionen werden intern besetzt, oft ohne ausreichende Erfahrung. "Geschäftsführer ist kein Lehrberuf", sagt er in einem Interview auf der Managing-Sharing-Website. Scheitern diese Führungskräfte, gerieten ganze Organisationen in Schwierigkeiten.
Interessenkonflikte lassen sich leicht vermeiden
Sein Ansatz: Mehrere kleine oder mittlere Träger teilen sich eine erfahrene Geschäftsführung. So sind sie in der Lage, das Gehalt für kompetente Führungskraft zu finanzieren. Das Modell sei geeignet für ambulante Dienste, stationäre Einrichtungen oder Komplexträger. Denn sie alle haben mit steigender Regulierung und wirtschaftlichem Druck zu kämpfen. Interessenkonflikte ließen sich durch klare vertragliche Regeln, unterschiedliche Angebote und Wirkungskreise vermeiden.
Es handelt sich nicht um klassisches Interimsmanagement, sagt Mensen, denn sein Unternehmen setze auf langfristige Mandate von meist fünf Jahren. Die Führungskräfte sind bei ihm angestellt und können sich beteiligen. So möchte er für Bindung und unternehmerisches Denken sorgen.