Hartmann

TÄGLICHE NEWS FÜR DAS MANAGEMENT VON PFLEGE UND WOHNEN IM ALTER

15. November 2022 | 07:00 Uhr
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Herausforderung und Chance der neuen Personalbemessung

Die besondere Herausforderung für die Pflegeeinrichtungen ist, dass sie durch die neue Personalbemessung ihre kompletten Arbeits- und Organisationsprozesse auf den Kopf stellen müssen. Die Arbeitsteilung in den Einrichtungen müsse komplett neu gedacht werden, um einen effizienten Einsatz von Fach- und Hilfskräften zu gewährleisten. Tipps dazu gibt Christoph Weinbrenner von Medifox Dan.

Zukünftig wird es drei Qualifikationsgruppen in den Einrichtungen geben: Hilfskraftpersonal ohne Ausbildung (QN 2), Hilfskraftpersonal mit ein- bis zweijähriger Ausbildung, was nach Landesrecht geregelt ist (QN 3), und die dreijährig ausgebildeten Pflegefachkräfte (QN 4), erläuert Christoph Weinbrenner von Medifox Dan in einem Blogbeitrag.

Die Pflegefachkraft wird vorrangig ihre vorbehaltenen Tätigkeiten nach dem Pflegeberufsgesetz ausüben, den individuellen Pflegebedarf erheben und feststellen sowie die Organisation, Gestaltung und Steuerung des gesamten Pflegeprozesses übernehmen. Pflegefachkräfte werden deshalb immer seltener bei grundpflegerischen Tätigkeiten eingesetzt werden. Viele Hilfskräfte, sei es QN 2 oder QN 3, werden ganz neue Tätigkeiten erhalten und auch neue Verantwortlichkeiten und Aufgaben übernehmen. 

Um gut auf die Umstellung vorbereitet zu sein, sollten die Einrichtungen auf jeden Fall eine Bestandsaufnahme machen: Wie viel Personal habe ich überhaupt zurzeit in der Einrichtung und welchen Qualifikationsniveaus lässt sich dieses Personal zuordnen. Dieser Bestand sollte mit dem bundeseinheitlichen Personalschlüssel, der in §113c SGB XI festgeschrieben ist, abgeglichen werden, um zu schauen, wie groß die Lücke zur maximal möglichen verhandelbaren Personalaustattung ist, empfiehlt Weinbrenner.

Die Leitung sollte ein Konzept entwickeln, wie sie das Personal für das neue Qualifikationsniveau 3 entsprechend der neuen Tätigkeiten qualifizieren möchte, denn dieses Niveau gibt es bislang in dieser Form noch nicht. Darüber hinaus sollte man sämtliche Arbeitsprozesse in den Einrichtungen infrage stellen und schauen, wie aktuell gearbeitet wird, so der Experte. Welche Tätigkeiten übernehmen zurzeit Fachkräfte, die eigentlich nicht sein müssten und wo sind Hilfskräfte, die noch Kapazitäten haben, andere Aufgaben zu übernehmen.

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