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14. September 2023 | 07:00 Uhr
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Tabuthema Gewalt in der Pflege

Anna Dammermann und Marco Sander haben sich intensiv mit dem Thema "Gewalt in der Altenpflege" beschäftigt und nun ein Buch zum Thema veröffentlicht. In einem Interview sprechen die beiden examinierten Pfleger über alltägliche Grenzüberschreitungen und stark belastete Pflegekräfte.

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Gewalt in der Pflege wird oft nicht gesehen

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In ihrem Buch "Gewaltprävention in der Altenpflege" zeigen Sander und Dammermann, dass Gewalt in der Pflege viele Gesichter hat. Körperliche Gewalt ist zwar eher selten, aber es gibt auch andere Formen von Gewalt, wie psychische und verbale Gewalt.

"Wir wollen sensibilisieren für diese Alltagsgewalt", sagt Dammermann im Gespräch mit der Lübecker Zeitung (Abo). "Für Sachen, die jeden Tag passieren. Die man vielleicht gar nicht mit Absicht macht. Und die man vermeiden könnte.“ Denn um Gewalt in der Pflege zu verhindern, sei im ersten Schritt die Sensibilisierung für das Thema notwendig. Pflegekräfte und Angehörige müssten zunächst lernen, Gewalt in der Pflege zu erkennen und zu unterbinden. 

Ein Grund für Gewalt in der Pflege ist laut Sander und Dammermann die Überforderung der Pflegekräfte. "Wenn zehn Leute auf die Toilette müssen, aber nur eine Pflegekraft da ist, dann muss jemand warten", sagt Dammermann. "Oder wenn jemand seinen Rollator braucht, ihn aber nicht gleich bekommt. Das ist ein strukturelles Problem."

Bemerken Angehörige Formen von Gewalt, sollten sie diese nicht tabuisieren, sondern ansprechen. "Es ist wichtig, dass Einrichtungen offen mit dem Thema umgehen", sagt Dammermann. "Das führt dazu, dass auch die Mitarbeitenden besser damit umgehen."

Das Buch von Sander und Dammermann ist im Kohlhammer-Verlag erschienen und kostet 34 Euro.

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