Tipps für gute Rücklaufquoten bei Mitarbeiterbefragungen
Die Sozialservice-Gesellschaft des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) zeigt, wie erfolgreiche Mitarbeiterbefragungen in der Pflege aussehen können: Sie sind kurz, digital und die Ergebnisse können direkt umgesetzt werden. Mit einem Drei-Minuten-Format und mehrsprachigem Zugang erreicht der Träger Rücklaufquoten von über 80 Prozent. Für den Träger ist nicht die Datentiefe entscheidend, sondern dass Verbesserungsvorschläge im Alltag schnell umgesetzt werden können.
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Die Teilnahme an der kurzgehaltenen Mitarbeiterbefragung kann auch über einen QR-Code erfolgen
Statt umfangreicher Fragebögen setzt die Sozialservice-Gesellschaft (SSG) auf sogenannte "Mitarbeiterimpulse". Dahinter steckt ein bewusst einfach gehaltener Ansatz: sieben Fragen, beantwortet in rund drei Minuten per Smartphone oder QR-Code – ohne Login oder technische Hürden. Die Fragen sind mehrsprachig verfügbar, sodass auch Mitarbeiter ohne sichere Deutschkenntnisse teilnehmen können.
Das Prinzip: Die Beschäftigten bewerten nicht nur ihren Arbeitsplatz, sondern liefern zugleich konkrete Verbesserungsvorschläge. Die Ergebnisse landen direkt in den Teams statt in zentralen Auswertungen. Führungskräfte besprechen sie mit den Mitarbeitern und überlegen: Was lässt sich sofort ändern? Was braucht Zeit? Was liegt außerhalb des eigenen Einflusses?
Ein Pilot im BRK-Seniorenwohnen Oberammergau zeigt die Wirkung: 25 von 31 Mitarbeitern beteiligten sich – eine Quote von über 80 Prozent. Zum Vergleich: Klassische Befragungen erreichen oft nur etwa die Hälfte der Belegschaft. Auch kleine Anreize wie ein gemeinsames Frühstück tragen zur hohen Beteiligung bei.
Das BRK orientiert sich am Management-Prinzip der kontinuierlichen Verbesserung
Inhaltlich zeigen die Ergebnisse ein positives Bild: 96 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen ihre Arbeit Spaß macht, 92 Prozent sehen ihren Arbeitgeber sehr positiv. Gleichzeitig wurden konkrete Schwachstellen sichtbar, etwa in der Kommunikation zwischen Pflege, Küche und Hauswirtschaft.
Der Ansatz orientiert sich lose am Management-Prinzip der kontinuierlichen Verbesserung. Das heißt: Entscheidend ist der Praxisnutzen, kleine, schnell umsetzbare Veränderungen statt umfangreicher Analysen. Beispiele reichen von organisatorischen Anpassungen bis hin zu scheinbar banalen Verbesserungen im Arbeitsalltag.
Für den Träger ist die Befragung damit auch ein Instrument der Personalentwicklung. Führungskräfte moderieren die Auswertung und setzen gemeinsam mit den Teams Prioritäten. Der Nachteil des Ansatzes: Die Ergebnisse sind nicht wissenschaftlich validiert und kaum vergleichbar. Für die SSG ist das jedoch zweitrangig. Im Fokus stehen konkrete Verbesserungen – und eine hohe Beteiligung, die klassische Befragungsformate in der Pflege oft nicht erreichen.