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26. Februar 2026 | 19:29 Uhr
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Unterkunft und Begleitung für internationale Pflegekräfte

Mit dem eigenen Boarding Center in Friedrichshafen unterstützt die Stiftung Liebenau internationale Pflegekräfte beim Start in Deutschland. Seit zwei Jahren bietet das Liebenau Boarding Center Wohnraum, organisiert Behördengänge und begleitet die Fachkräfte bis zur Anerkennungsprüfung. Bisher sind 50 Menschen angekommen, aktuell leben 25 im Haus. Das Projekt gilt als wichtiger Baustein gegen den Fachkräftemangel und die Wohnungsnot.

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Von links: Charmagne Luganilla, Erika Jumawid, Cyrill Simborio und George Tubo sind am 1. September von den Philippinen im Liebenau Boarding Center angekommen. Unterstützt werden sie von Edwin Doloeras und Koordinator Rainer Schmalzried

Im früheren Hotel Zeppelin in Friedrichshafen hat die Stiftung Liebenau im Herbst 2023 das Liebenau Boarding Center eingerichtet. Auf drei Etagen stehen 37 Plätze in Einzel- und Doppelzimmern zur Verfügung. Das Projekt wird finanziell von der Eugen und Irmgard Hahn Stiftung unterstützt.

Seit dem Start haben 50 internationale Pflegekräfte hier gewohnt. Je nach Einsatzort bleiben sie eine Woche oder bis zu einem Jahr. Derzeit leben 25 Menschen im Haus. Sie kommen überwiegend von den Philippinen, aber auch aus Indien, Ruanda, Benin und Kamerun. Sie sind in Einrichtungen der Stiftung Liebenau in Friedrichshafen, Immenstaad, Eriskirch, Oberteuringen, Ravensburg und Weingarten in Baden-Württemberg eingesetzt.

Strukturierte Begleitung im Alltag

Gerade in den ersten Wochen bündelt das Boarding Center organisatorische Aufgaben. Gemeinsam werden beispielsweise Bankkonto, Steuernummer, Krankenkasse oder Handyvertrag geregelt. "Vor allem kurz nach der Ankunft lässt sich für uns vieles bündeln", sagt Koordinator Rainer Schmalzried.

Unterstützung erhält er von Edwin Doloeras, der 2023 selbst von den Philippinen kam. Heute begleitet er Neuankömmlinge zur Bank, erklärt die Mülltrennung und organisiert gemeinsame Aktivitäten. "Es war eine tolle Erfahrung, als wir am Flughafen mit einem Willkommensschild abgeholt wurden", erinnert er sich. Die Gemeinschaft im Haus wirke wie eine Ersatzfamilie.

Sprache als Schlüssel

Neben Wohnen und Organisation spielt die Sprache eine zentrale Rolle. In Kooperation mit der Volkshochschule Friedrichshafen bietet die Stiftung samstags einen Kurs mit Schwerpunkt Pflegevokabular an. Viele kommen mit dem Niveau B2, doch im Arbeitsalltag reicht das oft nicht aus, berichtet Schmalzried.

Er zieht nach zwei Jahren eine positive Bilanz. Das Boarding Center sei ein Erfolgsprojekt, zugleich bleibe Integration eine große Aufgabe. Sind die Grundbedürfnisse gesichert, können sich die angehenden Pflegefachkräfte auf Arbeit, Schule und Abschluss konzentrieren.

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