Es seien zwar immer nur wenige schwarze Schafe, doch diese brächten die ehrlichen Leistungserbringer ihres jeweiligen Berufsstandes in Verruf, sagt KKH-Chefermittlerin Dina Michels. Die Prüfgruppe Abrechnungsmanipulation der KKH erhielt 2021 bundesweit 352 neue Betrugshinweise. Ganz oben stehen Pflegedienste mit 147 Tatverdächtigen, gefolgt von Krankengymnasten und Physiotherapeuten (50 Tatverdächtige) sowie Ärzten (35 Tatverdächtige).
Insgesamt entfielen im vergangenen Jahr fast die Hälfte aller Hinweise auf den Bereich Pflege (46 Prozent). Die Palette reicht von Pflegeheim- und Pflegedienstbetreibern, die zu viel für unqualifiziertes Personal abkassieren bis hin zu Versicherten, die ihren Pflegegrad manipulieren.
Die Pflege sei besonders anfällig für Straftaten, sagt Michels. Seit Jahren registriere die KKH in diesem Bereich die meisten Fälle. "Hier wirken sich einerseits die jährlichen Abrechnungsprüfungen durch den Medizinischen Dienst aus. Andererseits scheinen in diesem Leistungsbereich immer mehr Menschen mit hoher krimineller Energie unterwegs zu sein."
