Klapper macht drei Prozesse für die dramatische Situation verantwortlich. Es gebe eine Deprofessionalisierung des Pflegeberufs, eine Ausdünnung des Pflegepersonals und eine andauernde Fremdbestimmung der professionellen Pflege. Sie forderte die rund 800 Teilnehmer auf: "Haben Sie den Mut für einen Neustart! Haben Sie den Mut, in Pflege so zu investieren, dass wir uns im Jahr 2030 gerade in die Augen schauen können und uns freuen können, dass es allen, die Pflege brauchen, gut geht."
Bei dem Symposium gab es mehrere Panels, die aufgezeichnet wurden und die hier angeschaut werden können. In der ersten Diskussionsrunde zeigten Vertreter aus Pflegewissenschaft, aus der Pflegekammer und Pflegeberufspolitik die Entwicklungsfelder in den Pflegeberufen auf. Der Fokus der Runde war eindeutig: Ohne die Profession Pflege werde es keine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung in Deutschland geben. Pflegeratspräsidentin Christine Vogler sagte: "Wir brauchen ein schlüssiges und tragfähiges Bildungskonzept für die Pflege – von der Pflegeassistenzausbildung bis zum Master-Abschluss."
In der zweiten Runde kamen Vertreter der Selbstverwaltung und Ärzteschaft zu Wort. Bundesärztekammerpräsident Reinhardt unterstützte den Anspruch auf mehr Studienmöglichkeiten für Pflegefachpersonen und sprach sich für stärkere interprofessionelle Kooperation aus.
Was jetzt seitens der Politik getan werden muss, diskutierten im dritten Panel Politiker von SPD, Grünen und FDP sowie die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Claudia Moll, mit DBfK-Präsidentin Christel Bienstein. Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Etablierung der Community Health Nurse war ein zentraler Punkt, zu dem sich die Diskutanten bekannten. Dass die Berufsgruppe auch selbst für die Verbesserung ihrer Rahmenbedingungen eintreten kann, machte die Pflegebevollmächtigte Claudia Moll deutlich.
