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Deutsche vertrauen weniger auf gute Pflege als ihre Nachbarn

Die Deutschen blicken skeptischer auf ihre Versorgung im Alter als viele europäische Nachbarn. Nur 44 Prozent sind zuversichtlich, im Pflegefall einen Heimplatz oder ambulante Pflege zu erhalten, zeigt eine Studie in sechs EU-Ländern. Zugleich rechnen sie am seltensten mit Hilfe der Familie. 61 Prozent fürchten, die Kosten einer Langzeitpflege nicht tragen zu können.

Für die Studie hat das Meinungsforschungsinstitut Opinion-Way im Auftrag der Korian-Mutter Clariane mit Sitz in Frankreich mehr als 12.000 Menschen in Deutschland, Belgien, Frankreich, Italien, den Niederlanden und Spanien befragt. Rund 2.000 Teilnehmer kamen aus Deutschland.

Beim Vertrauen in die professionelle Versorgung fällt Deutschland zurück. Nur 42 Prozent der Befragten glauben, dass eine hochwertige Pflege älterer Menschen gewährleistet ist. Im Durchschnitt der sechs untersuchten Länder sind es 52 Prozent. Fast jeder zweite Deutsche, 48 Prozent, bezweifelt zudem, im eigenen Pflegefall die notwendige Betreuung zu erhalten.

Auch bei der Familie unterscheidet sich Deutschland von seinen europäischen Nachbarn. 65 Prozent glauben, im Alter auf Angehörige zählen zu können – der niedrigste Wert der sechs Länder. In Spanien sind es 79 Prozent, gefolgt von Belgien mit 72 und Italien mit 70 Prozent. Gleichzeitig fürchten Deutsche seltener als der Durchschnitt, ihren Angehörigen zur Last zu fallen.

Weniger Deutsche sparen fürs Alter

Ein Widerspruch zeigt sich bei der Vorsorge. Nach eigener Einschätzung sollte man in Deutschland bereits mit 32 Jahren beginnen, Geld fürs Alter zurückzulegen. Im europäischen Durchschnitt wird ein Start mit 38 Jahren für ausreichend gehalten. Tatsächlich sparen hierzulande aber nur 57 Prozent fürs Alter, gegenüber 61 Prozent im Länderdurchschnitt. Auch Vorsorgemaßnahmen nutzen die Deutschen seltener.

Das Altern selbst wird dagegen nicht besonders pessimistisch gesehen. 59 Prozent blicken ihm positiv entgegen, im Durchschnitt der sechs Länder sind es 56 Prozent. Voraussetzung für ein langes Leben ist für 86 Prozent der Deutschen allerdings, dabei gesund zu bleiben.

Den Handlungsbedarf sehen die Befragten auch bei der Politik: 84 Prozent halten es für eine nationale Priorität, der gesamten Bevölkerung ein gutes Altern zu ermöglichen. 64 Prozent finden zudem, dass ältere Menschen in der Gesellschaft zu wenig Wertschätzung erfahren.