Extreme Hitze fast nur für ältere Menschen tödlich
Von den bisher rund 9.800 Hitzetoten in diesem Jahr waren über 90 Prozent älter als 65 Jahre. Am härtesten trifft es hochaltrige Menschen über 85 Jahre: Sie machen 55 Prozent der hitzebedingten Sterblichkeit aus. Dies geht aus dem jüngsten Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Der Bericht erfasst allerdings nur Daten bis zum 19. Juli. Aufgrund der anhaltenden Hitze dürften die Zahlen einen neuen Rekord erreichen. Besorgniserregend ist auch die Übersterblichkeit in Altenheimen.
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Bereits fast 10.000 Hitzetote in diesem Jahr meldet das RKI, mehr als die Hälfte davon waren über 85 Jahre alt
Der Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität des RKI zeigt deutlich, dass die Hitze besonders für ältere Menschen lebensgefährlich werden kann. 5.420 der Hitzetoten waren demnach über 85 Jahre alt. Diese Altersgruppe ist am härtesten betroffen. 2.460 Hitzetote waren zwischen 75 und 84 Jahre alt. Zum Vergleich: Nur 630 Menschen unter 65 Jahren starben wegen der Hitze.
Bei diesen Zahlen handelt es sich um Schätzungen. Nur in wenigen Fällen, zum Beispiel beim Hitzeschlag, führt die Hitzeeinwirkung unmittelbar zum Tod. Meist ist es die Kombination aus Hitze und bereits bestehenden Vorerkrankungen, an denen die Menschen sterben. Daher wird Hitze auf dem Totenschein normalerweise nicht als Todesursache angegeben.
Hohe Übersterblichkeit in Alten- und Pflegeheimen
Hitze führt auch in Alten- und Pflegeheimen zu einem starken Anstieg der Todesfälle, zeigt ein anderer RKI-Bericht zur Übersterblichkeit in Deutschland. Als Übersterblichkeit gilt dabei die hochgerechnete Sterblichkeit im Vergleich zur erwarteten Sterblichkeit. Nach dem Hitzerekord in Deutschland mit 41,7 Grad am 26. Juni schossen die Todeszahlen in Altenheimen in die Höhe. Der RKI-Bericht dieser Woche geht von rund 6.000 Toten in Pflegeeinrichtungen aus. Das waren 1.800 Todesfälle mehr als erwartete Sterblichkeit.
Betrachtet man die Altersgruppe der über 75-Jährigen, egal ob sie im Heim oder zu Hause wohnen, so zeigt sich auch hier der enge Zusammenhang von Hitze und Sterblichkeit. Statt der erwarteten 12.900 Todesfälle in dieser Altersgruppe waren es in der Hitzewoche Ende Juni 17.200 verstorbene Menschen.
Die aktuellen Temperaturen geben keine Entwarnung. Auch in der kommenden Woche könnte das Thermometer wieder an der 40-Grad-Marke kratzen.
Thomas Hartung