Mehr als zwei Millionen Euro Schaden entfielen 2024 und 2025 auf die häusliche Krankenpflege. In der außerklinischen Intensivpflege waren es rund eine Million Euro, in der Pflegeversicherung mehr als 600.000 Euro. Insgesamt beziffert die DAK-Gesundheit den Schaden im Leistungsbereich Pflege auf 3,6 Millionen Euro.
Damit steht die Pflege zwar für fast die Hälfte der Betrugsfälle, aber nur für knapp ein Viertel des gesamten Schadens von 15,6 Millionen Euro. Den größten finanziellen Schaden verursachten Arznei- und Verbandmittel mit 5,5 Millionen Euro.
Verhinderungspflege birgt Missbrauchsrisiko
Als einen wesentlichen Faktor nennt die DAK die Verhinderungspflege. Der vereinfachte Zugang zu dieser Leistung helfe Pflegebedürftigen und Pflegepersonen, erhöhe nach Einschätzung der Kasse aber zugleich das Risiko einer missbräuchlichen Nutzung.
Im Berichtszeitraum stellte das Ermittlungsteam demnach vermehrt Fälle fest, in denen Pflegedienste oder andere professionelle Anbieter mehr Leistungen abrechneten, als sie tatsächlich erbracht hatten.
Insgesamt verfolgte die DAK 2024 und 2025 knapp 4.900 bestehende und neue Fälle von Abrechnungsbetrug. Rund 2.300 davon wurden neu registriert, 30 Prozent mehr als in den beiden Vorjahren.
DAK warnt vor organisierten Strukturen
Nach Angaben der Krankenkasse treten zunehmend professionell organisierte Täter auf. Die Digitalisierung schaffe neue Betrugsmöglichkeiten und mache Ermittlungen komplexer. Die DAK fordert deshalb auch eine rechtliche Grundlage, um künstliche Intelligenz kassenübergreifend zur Erkennung und Vorbeugung von Betrugsfällen einsetzen zu können.
