Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. Die höchsten monatlichen Gesamtkosten ermittelte Pflegemarkt im August für das Saarland mit durchschnittlich 3.666 Euro, gefolgt von Bremen mit 3.570 Euro und Nordrhein-Westfalen mit 3.520 Euro. Am niedrigsten lagen sie in Sachsen-Anhalt mit 2.788 Euro. Die stärksten Kostensteigerungen verzeichneten Hamburg mit zwölf Prozent, Sachsen-Anhalt mit 9,7 Prozent und Hessen mit 9,6 Prozent.
Investitionskosten treiben Unterschiede zwischen Ost und West
Nach der Auswertung liegen die durchschnittlichen Kosten in Westdeutschland mit 3.332 Euro deutlich über den 2.983 Euro in Ostdeutschland. Beim EEE sind die Unterschiede dagegen gering. Die Kostenlücke erklärt Pflegemarkt vor allem mit höheren Ausgaben für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen im Westen.
Gerade die Investitionskosten entwickeln sich unterschiedlich. Sie stiegen im Westen um 13,2 Prozent, im Osten um 6,5 Prozent. Besonders hohe Zuwächse verzeichnete Pflegemarkt in Baden-Württemberg mit 31,3 Prozent und Bayern mit 21,3 Prozent.
Ersatzkassenverband Vdek kommt zu anderen Ergebnissen
Auch der Verband der Ersatzkassen (vdek) meldete im Juli deutlich gestiegene Pflegeheimkosten. Nach seiner bundesweiten Auswertung mussten Bewohner im ersten Aufenthaltsjahr durchschnittlich 3.364 Euro monatlich selbst tragen. Das waren 256 Euro mehr als ein Jahr zuvor und 119 Euro mehr als zu Jahresbeginn.
Die Ergebnisse sind allerdings nicht unmittelbar vergleichbar. Der Vdek berücksichtigt bei seinen Angaben die gesetzlichen Leistungszuschläge der Pflegekassen, die mit der Aufenthaltsdauer im Heim steigen. Im ersten Jahr übernimmt die Pflegekasse zusätzlich 15 Prozent des EEE, ab dem vierten Jahr 75 Prozent.
Aus der Mitteilung von Pflegemarkt geht dagegen nicht eindeutig hervor, ob diese Zuschläge bereits von den ausgewiesenen Kosten abgezogen wurden. Auch die Berechnung der Durchschnittswerte wird nicht näher erläutert. Deshalb lässt sich aus den unterschiedlichen Beträgen nicht ableiten, dass die tatsächlichen Bewohnerkosten seit der Vdek-Erhebung entsprechend gestiegen oder gesunken sind.
