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12. August 2026 | 07:00 Uhr
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Was für Korian-Chef Gharieb bei der Digitalisierung zählt

Welche Technik entlastet Pflegekräfte wirklich, und warum scheitert Digitalisierung trotzdem so oft? Im Interview mit Care Trialog zieht Korian-Chef Christian Gharieb (Foto) Bilanz aus dem dreieinhalbjährigen Modellprojekt "Pflege 2030". Was er seinen Kollegen dringend ans Herz legt: Erst die eigenen Abläufe prüfen, Technik nach ihrem praktischen Nutzen auswählen und die Mitarbeiter von Anfang an einbeziehen.

"Digitalisierung ist kein IT-Projekt", sagt Christian Gharieb

"Digitalisierung ist kein IT-Projekt", resümiert Korian-CEO Christian Gharieb gegenüber Care Trialog. Das habe das Modellprojekt "Pflege 2030" gezeigt, das dreieinhalb Jahre lang im Korian-Haus Karlsfeld Dutzende von Innovationen im Alltagsbetrieb getestet hat.

Gharieb: Die spektakulärste Innovation ist nicht immer die Beste

Besonders bewährt habe sich nach Ghariebs Einschätzung Technik, die Pflegekräften unmittelbar Zeit verschafft. Die sprachgestützte Dokumentation spare beispielsweise rund 30 Minuten je Pflegekraft und Schicht. Entscheidend sei aber, Technik nicht isoliert einzuführen. Auch Prozesse, Aufgaben und Verantwortlichkeiten müssten angepasst werden.

Für Einrichtungen leitet Gharieb daraus drei Empfehlungen ab: Erstens sollten sie ihre bestehenden Abläufe kritisch hinterfragen. Zweitens sollten sie Technologien konsequent nach ihrem Nutzen im Pflegealltag auswählen und nicht danach, wie neu oder spektakulär sie sind. Drittens müssen die Mitarbeiter frühzeitig beteiligt und für den Umgang mit den Lösungen qualifiziert werden.

Aus den Ergebnissen des Modellprojekts ist ein rund 150 Seiten starkes Praxishandbuch entstanden, das anderen Pflegeanbietern konkrete Orientierung geben soll. Das Praxishandbuch "Pflege 2030" steht allen Einrichtungen kostenlos zum Download zur Verfügung.