Was war Ihr Traumberuf als Kind?
Ich wuchs in einem Dorf auf und unser Nachbar war Fleischer, dessen Sohn mein bester Freund war. Schon als kleiner Junge war ich daher regelmäßig beim Hausschlachten dabei und davon auch partout nicht abzubringen. Relativ lange hatte ich folglich den Wunsch, Fleischer zu werden.
Wie sind Sie in die Altenpflege gekommen?
Mein Mentor Dan Peňa, ein erfolgreicher Unternehmer, war daran beteiligt, eine größere Pflegegruppe im Vereinigten Königreich aufzubauen. Wir fragten uns, ob so etwas nicht auch in Deutschland möglich ist, wo es sehr viele einzelne, inhabergeführte Pflegedienste gibt. Die Eigentümer haben viele Hüte auf, von Buchhaltung über Personal und Qualitätsmanagement bis zu IT. Viele stehen vor dem Problem, dass sie keinen Nachfolger finden.
Also dachte ich kurzum, dass wir einen Vorteil stiften könnten, wenn wir mehrere Pflegedienste zu einer Gruppe aufbauen, die verschiedene Themen zentral organisieren und den Eigentümern die Möglichkeit gibt, ihr Lebenswerk zu versilbern. Zusammen mit meiner Frau entschied ich 2019, genau das zu tun.
Was lieben Sie an Ihrem Job?
Wir haben viele tolle Mitarbeiter, die motiviert arbeiten und teilweise auch mit viel Gottvertrauen und Mut unsere ambitionierten Ziele verfolgen. Als ich meine erste Kollegin einstellte, hatten wir zum Beispiel noch nicht einmal ein eigenes Büro und sie musste aufgrund des Corona-Lockdowns im Homeoffice starten. An ihrem ersten Arbeitstag übergab ich ihr auf der Straße ihren Laptop und dann legten wir los. Unser gesamtes Team hat wirklich etwas aus dem Nichts geschaffen, das es vorher in dieser Form noch nicht gab.
Was nervt Sie am meisten?
Die Bürokratie, aber auch politische Entscheidungen, die teilweise unsinnig wirken. Ein Beispiel ist das Tariftreuegesetz. Es führte zunächst berechtigterweise zu einem Anstieg der Löhne. Doch war es so gestrickt, dass es nicht zu einem einmaligen Anstieg der Gehälter führte und sich die Lohnsteigerungen anschließend wieder auf ein normales Niveau bewegten. In der Folge reagiert die Politik mit der SGB-V-Reform und dem PNOG sehr spät und zumindest mit Blick auf den aktuellen Referentenentwurf auch nicht sonderlich rational.
Auch die Pläne für die Pflegebegleitung, die Abschaffung von Verhinderungspflege und Entlastungsbetrag kann ich nicht nachvollziehen. Das ohnehin schon komplexe System scheint mir dadurch nur noch komplizierter zu werden.
Ein Jahr Auszeit – was würden Sie machen?
Ich würde mit meiner Familie reisen, an meinem Golf-Handicap arbeiten und mal wieder das eine oder andere Buch lesen. Aber bald würde ich vermutlich Ideen entwickeln, was wir als nächstes machen können. Stillstehen oder -sitzen liegt mir auf Dauer nicht.
Wie schalten Sie ab?
Beim Sport, beim Besuch der Kirche und indem ich Zeit mit meiner Familie und Freunden verbringe. Ich arbeite zwar viel, aber mit diesen wichtigen Bausteinen habe ich nie das Gefühl, nicht abschalten zu können oder irgendwie an Belastungsgrenzen zu kommen.
Welches Buch lesen Sie gerade?
Ich lese die kommentierte Bibelausgabe der katholischen Medienorganisation "Word on Fire", parallel höre ich die Churchill-Biografie von Andrew Roberts.
Welchen Film haben Sie zuletzt im Kino gesehen?
Zusammen mit meiner Familie habe ich den Animationsfilm „Hoppers“ über eine Tierliebhaberin gesehen.
Ihr Lieblingsessen?
Steak, Streuselkuchen oder Tiramisu.
Wohin geht’s im nächsten Urlaub?
Ich glaube, das hat meine Frau noch nicht entschieden. Vorschläge habe ich schon gehört – von den USA über Australien bis Afrika. Ich lasse mich überraschen.
Wen würden Sie gerne mal treffen und warum?
Winston Churchill muss wirklich ein besonderer Mensch gewesen sein. Ein Abend mit ihm wäre sicherlich sehr unterhaltsam gewesen.
Ansonsten sicherlich Jordan Peterson, Psychologe und Autor des Bestsellers "12 Rules for Life". Neben meinem Mentor, Herrn Peña, ist er eine Person, die mich in den letzten Jahren geprägt hat.
Wie und wo wollen Sie alt werden?
Darüber habe ich mir noch keine großen Gedanken gemacht. Mir ist wichtig, auch im Alter meinen Kindern nahe zu sein, sofern es sich einrichten lässt. Was den Ort angeht, bin ich relativ flexibel, auch wenn ich Leipzig sehr schätze.
Andreas Mildner ist Geschäftsführer und Mehrheitsgesellschafter der Hera Residenzen, die er 2019 gründete und seitdem aufgebaut hat. Zuvor arbeitete er in Leipzig bei einem Projektfinanzierer im Bereich Flugzeugfinanzierungen. Berufsbegleitend absolvierte er dort einen Master of Science in Finance and Accounting.
Seine berufliche Laufbahn begann der gebürtige Sachse in Karlsruhe mit einer Ausbildung zum Bankkaufmann und einem berufsbegleitenden Bachelor of Business Administration. Anschließend sammelte er bei der Deutschen Bausparkasse Badenia und der Generali Lebensversicherung Erfahrung in der Prüfung und Abwicklung von Baufinanzierungen. Mildner ist 41 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern.
