News für das Pflegemanagement

DBfK-Präsidentin Lux wünscht sich kämpferische Pflegekräfte

Vera Lux ist schon lange berufspolitisch aktiv, seit ihrer Pensionierung auch als Präsidentin von Deutschlands größtem Pflegeberufsverband, dem DBfK. Doch die Passivität ihrer Berufsgruppe beunruhigt sie, sagt die ehemalige Pflegedirektorin. Nun, sie kämpft weiter, fährt 2027 nach Taiwan zum ICN- Pflegekongress und greift zum Bügeleisen, wenn sie ihren Ärger vergessen möchte.

Was war Ihr Traumberuf als Kind?
Als Kind wollte ich zuerst Schneiderin werden. Gleich danach kam der Wunsch auf, Krankenschwester zu lernen. Ich habe dann eine Ausbildung als Kinderkrankenschwester gemacht, denn es war damals nicht so einfach, einen Ausbildungsplatz in der Pflege zu bekommen.

Wie sind Sie in die Altenpflege gekommen?
Als Kinderkrankenschwester habe ich viele Jahre in der Pädiatrie gearbeitet, zuletzt als Stationsleitung einer Frühgeborenen-Station. In die Altenpflege bin ich als pflegende Angehörige gekommen, denn ich habe dreizehn Jahre meine demente Tante betreut und gepflegt. Sie ist im Dezember 2020 mit 99 Jahren an Corona gestorben.

Was lieben Sie an Ihrem Job?
Medizin und Pflege haben mich von Anfang an begeistert, und das ist bis heute so. Der Beruf ist vielseitig und abwechslungsreich. Jeder Tag ist anders. Aufgrund des rasanten technischen Fortschritts ist heute vieles - auch in hohem Alter - möglich. Diese Entwicklungen über Jahrzehnte hinweg zu beobachten, ist spannend.  Gleichzeitig ist man gefordert, sich selbst weiterzuentwickeln.

Was nervt Sie am meisten?
Immer mehr bürokratische Vorgaben, eine zunehmende Deprofessionalisierung der Pflege aufgrund der (politischen) Rahmenbedingungen, der geringe Organisationsgrad der Pflege und die geringe Mobilisationsfähigkeit der Berufsgruppe selbst. Schon die Reformerin der deutschen Krankenpflege, Agnes Karll, sagte vor über hundert Jahren: "Aber wer soll denn unsern Beruf aufbauen, wenn wir es nicht selbst tun! Wir haben gar kein Recht, zu verlangen, dass andere das tun."

Ein Jahr Auszeit – was würden Sie machen?
Reisen, Reisen, Reisen, nach Australien, Neuseeland, Südamerika und in die nordischen Länder. Das wäre ein Traum.

Wie schalten Sie ab?
Tatsächlich beim Bügeln! Ich gehe aber auch gerne spazieren und fahre Fahrrad. Vor Kurzem habe ich mich beim Golfspielen ausprobiert.

Welches Buch lesen Sie gerade?
Das "Mutmachbuch für Frauen" von Anja Palesch.

Welchen Film haben Sie zuletzt im Kino gesehen?
Ich kann mich nicht erinnern, war schon viel zu lange nicht mehr im Kino.

Ihr Lieblingsessen?
Italienisch - Spaghetti in allen Variationen.

Wohin geht es im nächsten Urlaub?
Ich fahre nächstes Jahr nach Taiwan. Dort findet 2027 der Kongress ICN, der International Council of Nurses, statt. Und wenn ich schon mal da bin, hänge ich meinen Urlaub einfach hinten an.

Wen würden Sie gerne mal treffen und warum?
Königin Maxima der Niederlande. Sie hat eine super positive Ausstrahlung und übt ihre Rolle und Amt unprätentiös und mit viel Charme aus. Das imponiert mir sehr.

Wie und wo wollen Sie alt werden?
Ich würde gerne stadtnah, im Grünen wohnen, möglichst unabhängig und selbstbestimmt. Und wenn es nicht mehr geht, hoffe ich auf familiäre und professionelle Unterstützung.

Vera Lux ist seit 2024 Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), des größten Pflegeberufsverbands in Deutschland. Zuletzt war sie Pflegedirektorin an der Medizinischen Hochschule Hannover, zuvor hatte sie dieselbe Position am Universitätsklinikum Köln inne. Die 67-Jährige wuchs in der Eifel, in der Nähe des Nürburgrings, auf, zusammen mit einem Zwillingsbruder und zwei weiteren Geschwistern. Ihre Pflegeausbildung schloss sie 1980 in Bonn ab, später folgten eine Weiterbildung zur Pflegedienstleitung an der Agnes-Karll-Schule in Frankfurt und ein Studium der Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Gesundheitswirtschaft in Wiesbaden. Seit rund 30 Jahren engagiert sich Lux berufspolitisch als Autorin, Rednerin und Moderatorin. Seit 2020 hat sie die wissenschaftliche Leitung des Pflegemanagementkongresses beim Hauptstadtkongress inne.