Bei Prüfungen im Mai und Juni stellte die Duisburger Heimaufsicht in der Seniorenresidenz "Am Diergardtpark" zahlreiche Mängel fest. Besonders betroffen waren Medikamentenversorgung und Dokumentation. Nach dem der WAZ vorliegenden Prüfbericht erhielten zehn Bewohner Betäubungsmittel nicht wie ärztlich angeordnet. Medikamente waren teilweise nicht vorrätig oder zu spät nachbestellt worden. In weiteren Fällen fehlten Dokumentationen oder Angaben zur Betäubungsmittelvergabe stimmten nicht mit dem digitalen System überein. Die Behörde verhängte bereits am ersten Prüfungstag einen Aufnahmestopp.
Sieben Wechsel in der Pflegedienstleitung
In einer Stellungnahme, die auch Care vor9 vorliegt, bringt Alloheim die damaligen Probleme mit einer angespannten Personalsituation in Verbindung. In der Pflegedienstleitung habe es sieben Wechsel gegeben, davon vier arbeitgeberseitige und drei arbeitnehmerseitige Kündigungen. Wegen der Fluktuation hat die Einrichtung verstärkten Zeitarbeitskräften eingesetzt. "In der Folge haben die etablierten Kontroll- und Dokumentationsprozesse im Bereich der Medikamentenversorgung und -dokumentation nicht durchgängig funktioniert", erklärt das Unternehmen.
Alloheim betont zugleich, dass nach eigener Prüfung keine Erkenntnisse über bleibende gesundheitliche Beeinträchtigungen oder Folgeschäden bei Bewohnern vorlägen.
Medikamentenversorgung wird jetzt täglich kontrolliert
Nach den Prüfungen hat der Konzern nach eigenen Angaben vor allem das Medikamentenmanagement neu organisiert. Die Versorgung einschließlich der Betäubungsmittel werde seither täglich kontrolliert. Auch habe das zentrale Qualitätsmanagement die Pflegedokumentationen aller Bewohner und die Maßnahmen überprüft. Seit Juli steht die Einrichtung unter neuer Leitung.
Auch personell habe sich die Situation stabilisiert. Alloheim berichtet von acht Neueinstellungen, darunter vier Rückkehrer. Der Anteil der Zeitarbeit in Pflege und Betreuung liege inzwischen bei 1,3 Prozent.
Bei einer unangekündigten Nachprüfung am 10. September kontrollierte die Heimaufsicht erneut unter anderem Medikamentenmanagement, Betäubungsmittelbestände, Pflegedokumentation und Personalausstattung. Nach Angaben der Stadt waren zu diesem Zeitpunkt alle erheblichen Mängel beseitigt. Die Heimaufsicht hat daraufhin den seit 29. Mai geltende Belegungsstopp aufgehoben.
