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18. Juni 2026 | 07:00 Uhr
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Anfeindungen gehören zum Alltag vieler Pflegekräfte

Beschimpfungen, rassistische Kommentare, Drohungen: Fast jede zweite Fachkraft im Bereich Pflege und Gesundheitsversorgung hat bereits Anfeindungen erlebt. Das geht aus einer gemeinsamen Studie von AWO, DRK und Paritätischem hervor. Besonders häufig kommen Angriffe aus dem direkten Umfeld der Versorgung – von Klienten und Angehörigen. Die Wohlfahrtsverbände warnen vor den Folgen für Personalgewinnung, Mitarbeiterbindung und die Attraktivität sozialer Berufe.

Anfeindungen treffen in der Pflege häufig Mitarbeiter mit Migrationsgeschichte, vor allem auf dem Lande  

Anfeindungen gegen Beschäftigte und Ehrenamtliche der Wohlfahrtspflege sind längst kein Randphänomen mehr. Laut der Befragung von fast 6.600 Mitarbeitern und freiwilligen Kräften haben 43 Prozent bereits Erfahrungen mit feindseligem Verhalten gemacht. Im Bereich Pflege und Gesundheitsversorgung liegt der Anteil mit 47 Prozent sogar noch höher.

Am häufigsten berichten die Befragten von verbalen Attacken (37 Prozent), gefolgt von körperlichen Übergriffen (16 Prozent), Sachbeschädigungen (12 Prozent), schriftlichen Anfeindungen (12 Prozent) und digitaler Hetze (8,5 Prozent). Die meisten Vorfälle gehen von Klienten (68 Prozent) und Angehörigen (49 Prozent) aus, es waren Mehrfachnennungen möglich.

Rassistische Anfeindungen häufig in der Pflege

In der Pflege treffen Anfeindungen häufig Mitarbeiter mit Migrationsgeschichte. Pflegekräfte berichten von rassistischen Äußerungen oder der Ablehnung bestimmter Beschäftigter durch Bewohner und Angehörige. Insbesondere Einrichtungen in ländlichen Regionen seien betroffen, so die Studienautoren.

Die Wohlfahrtsverbände warnen, dass die Folgen weit über die Betroffenen hinausreichen. Anfeindungen erschweren es, Fachkräfte zu gewinnen, belasten Teams und führen dazu, dass Mitarbeiter Konfliktthemen meiden oder sich im Arbeitsalltag zurückziehen. Mitarbeiter, auch das zeigt die Studie, fordern deshalb vor allem mehr Schutzmaßnahmen und einen stärkeren politischen Rückhalt für soziale Berufe.

Die Untersuchung "Anfeindungen und Bedrohungen im Wohlfahrtsbereich" steht auf der Seite des Paritätischen Gesamtverbands zum kostenlosen Download bereit.