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30. März 2023 | 22:03 Uhr
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Bis 2055 kommen noch 1,8 Millionen Pflegebedürftige dazu

Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland steigt in den nächsten 30 Jahren weiter rasant an. Das Statistische Bundesamtes (Destatis) hat vorausberechnet, dass allein durch die zunehmende Alterung bis 2055 mindestens 1,8 Millionen Pflegebedürftige hinzukommen. Dann müssten 6,8 Millionen Menschen versorgt werden, gut ein Drittel mehr als heute. Und dies ist eine optimistische Rechnung, wenn die Pflegequote gleich bleibt.

Alte Gesellschaft Demographie iStock Nuthawut Somsuk.png

Noch 30 Jahre wächst die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland

Das Statistischen Bundesamt geht von rund fünf Millionen Pflegebedürftigen Ende 2021 aus. Diese Zahl wird bereits bis 2035 um mindestens 14 Prozent auf 5,6 Millionen Menschen steigen, bis 2055 um mindestens 37 Prozent auf 6,8 Millionen. 

Mindestens deshalb, weil Destatis bei dieser Rechnung von gleichbleibenden Pflegequoten ausgeht, die jedoch keineswegs sicher sind. So wurde 2017 die Pflegebedürftigkeit neu definiert, was zu einer starken Zunahme führte. Ähnliches erscheint den Statistikern auch in Zukunft denkbar.

Deshalb hat Destatis eine zweite Modellrechnung aufgemacht, die von einem gedämpften Anstieg der Pflegequoten bis 2027 ausgeht und nicht unrealistisch ist. Demnach würde die Zahl der Pflegebedürftigen bereits bis 2035 bei 6,3 Millionen liegen und 2055 sogar bei 7,7 Millionen. 

Nach 2055 erwartet das Statistische Bundesamt keine starken Veränderungen mehr, weil die geburtenstarken Jahrgänge aus den 1950er und 1960er Jahren, die sogenannten Babyboomer, dann durch geburtenschwächere Jahrgänge im höheren Alter abgelöst werden. 2070 dürfte die Zahl der Pflegebedürftigen im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI) bei etwa 6,9 Millionen liegen.

Die Alterung der Bevölkerung dürfte zukünftig auch zu einer deutlich höheren Zahl und einem deutlich höheren Anteil älterer Pflegebedürftiger führen: Während Ende 2021 etwa 2,7 Millionen oder 55 Prozent der gesamten Pflegebedürftigen 80 Jahre und älter waren, können es bei konstanten Pflegequoten im Jahr 2055 rund 4,4 Millionen oder 65Prozent sein. 

Die Destatis-Rechnung zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. Bei konstanten Pflegequoten ist bis 2055 der geringste relative Anstieg der Pflegebedürftigen in Sachsen-Anhalt um sieben Prozent und in Thüringen um neun Prozent zu erwarten. Vor den stärksten Anstiegen durch die Alterung stehen dagegen Bayern mit 56 Prozent und Baden-Württemberg mit 51 Prozent. 

Die detaillierten Vorausberechnungen und Infos zur Methodik sind auf der Website von Destatis zu finden.

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