"Ehrenamt mehr belohnen", um Personalmangel auszugleichen
Um Personalengpässen etwas entgegensetzen und Zukunftsmodelle wie Caring Communities zu unterstützen, fordert die Vorständin des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) Alexia Zurkuhlen (Foto) stärkere Anreize für das Ehrenamt. "Man könnte zusätzliche Rentenpunkte oder ein kostenfreies Deutschland-Ticket anbieten", sagt die KDA-Chefin zum Auftakt der Woche des bürgerschaftlichen Engagements. "Das würde den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und wäre ein Schritt gegen Einsamkeit."
KDA
KDA-Vorständin Alexia Zurkuhlen hält die oft übliche Altersbegrenzung für das Ehrenamt von 70 Jahren für kontraproduktiv
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Wegen der Personalengpässe und auch mit Blick auf Zukunftsmodelle wie Caring Communities sei eine "motivierende Förderung ehrenamtlichen Engagements" nötig, sagt Zurkuhlen. Um mehr Bürger fürs Ehrenamt zu gewinnen, sollten auch die starre Altersbegrenzung von 70 Jahren wegfallen, die es in vielen Bereichen häufig gibt, etwa für Gemeinderäte und manchmal sogar für Vorleser in Schulen. Auch sei in vielen Satzungen von Vereinen das Vorstandsalter auf 70 begrenzt.
Die Altersbegrenzung sei besonders irritierend, weil gerade die Älteren sich für ehrenamtliche Arbeit interessieren. "Die Über-50-Jährigen bilden mit mehr als 75 Prozent die größte Gruppe der Engagierten", sagt Zurkuhlen. "Ein Viertel aller Ehrenamtler ist über 70 Jahre alt – und immer mehr Über-80-Jährige bringen sich trotz mancher Hindernisse ehrenamtlich in ihrer Nachbarschaft oder in Vereinen ein."
Die Woche des Bürgerschaftlichen Engagement steht in diesem Jahr unter dem Motto "Aktiv gegen Einsamkeit" und läuft noch bis Sonntag, 21. September.