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14. März 2023 | 07:00 Uhr
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Fast jede zweite Einrichtung erwartet dieses Jahr Verluste

Die Sozial- und Gesundheitswirtschaft in Deutschland blickt düster in die Zukunft. 43 Prozent der Teilnehmer des aktuellen Trendbarometers der Bank für Sozialwirtschaft (BFS) erwarten in diesem Jahr rote Zahlen. Das bedeutet eine deutliche Verschlechterung der Stimmung. Jeder zweite bewertet seine wirtschaftliche Lage als angespannt. Die Ergebnisse "unterstreichen die jüngsten Hilferufe der Leistungserbringer in Richtung Politik", sagt BFS-Chef Harald Schmitz (Foto).

Schmitz Harald Vorstandschef Bank für Sozialwirtschaft Foto Sozialbank.jpg

Harald Schmitz präsentiert das zweite Trendbarometer Sozial- und Gesundheitswirtschaft

Die Stimmung unter den Einrichtungen ist unverändert schlecht, so das Fazit des zweiten Trendbarometers. "Die Einrichtungen der Sozial- und Gesundheitswirtschaft werden zwischen zwei Mühlsteinen zerrieben", sagt BFS-Chef Schmitz. "Auf der einen Seite inflationsbedingte Mehrkosten, die von den Kostenträgern weiterhin nur unzureichend kompensiert werden. Auf der anderen Seite Ertragseinbußen, weil aufgrund des Personalmangels Aufnahme- und Behandlungskapazitäten gesenkt werden müssen." Diese Kombination aus steigenden Ausgaben und sinkenden Erträgen sei "dauerhaft für keine Organisation tragbar", so Schmitz. "Die soziale Infrastruktur ist akut bedroht."

Tatsächlich blicken die Teilnehmer mit Sorge nach vorn. Gut die Hälfe bezeichnen die zukünftige wirtschaftliche Situation ihres Gesamtunternehmen als "angespannt". Knapp jeder Vierte bezeichnet sie als "neutral" und ebenfalls und nur ein gutes Viertel als "gut". Entsprechend düster sind die Ausblicke. 43 Prozent erwarten für das laufende Jahr einen Verlust; im vergangenen Jahr schrieben erst 31 Prozent roten Zahlen.

Die größten Herausforderungen sehen die Pflegeunternehmen im Fachkräftemangel, den gestiegenen Lohnkosten und auf der anderen Seite in den Verhandlungen mit den Kostenträgern. Zwei Drittel haben wegen fehlendem Personal bereits ihre Aufnahmekapazität verringern müssen. Besserung ist nicht in Sicht, auch nicht bei den Kostenträgern, die inflationsbedingten Steigerungen zu übernehmen. Ein Viertel der Kassen lehne das komplett ab, rund 70 Prozent zeigten Bereitschaft, die Lücke wenigstens teilweise zu schließen.

Für das zweite Trendbarometer Sozial- und Gesundheitswirtschaft, das kostenlos angefordert werden kann, hat die BFS Ende Januar bis Ende Februar 40 Branchenexperten von Unternehmen befragt, die mehr als 1.000 Einrichtungen betreiben, vor allem Pflegeheime und Pflegedienste, Krankenhäuser und Arztpraxen.

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